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Mit vollem Bus von Jena nach Magdeburg!

Pressemitteilung von The VOICE Refugee Forum Jena

Prozessbeobachtung und Kundgebung im Fall Oury Jalloh
Donnerstag, 16.02.2012 | 09:30 Uhr | Landgericht Magdeburg

In der Nacht vom 6. auf den 7. Januar 2005, gegen 8 Uhr morgens, wurde Oury Jalloh aus Sierra
Leone von der Polizei festgenommen und verbrannte in derselben Nacht an Händen und Beinen
gefesselt auf grausame Art auf einer Matratze im Dessauer Polizeirevier. Seit elf Monaten wird in
zweiter Instanz gegen den Dienstgruppenleiter des Polizeireviers wegen des Vorwurfes der Mitschuld
am Tod Oury Jallohs verhandelt. Doch auch nach sieben Jahren glauben wir der offiziellen
Darstellung, dass Oury Jalloh das Feuer selbst ausgelöst habe, nicht.
The VOICE Refugee Forum fordert weiterhin die Änderung der Anklageschrift und der Strafanzeige
auf Beihilfe zu Körperverletzung und zu Mord seitens aller Beamten, die am 7. Januar 2005 im
Polizeirevier Dessau anwesend waren. Wir fordern weiterhin die Durchführung des Strafverfahrens
unter Beiordnung von internationalen unabhängigen Prozessbeobachtern. Sieben Jahre nach Oury
Jallohs bestialischem Tod in Zelle Nr. 5 in Dessau herrscht noch keine Gerechtigkeit.
Gemeinsam mit dem Bus nach Magdeburg
Wir laden alle Interessierten ein, sich selbst ein Bild von der Gerichtsverhandlung am Magdeburger
Landgericht im Fall Oury Jalloh zu machen, zur Dokumentation des Prozesses beizutragen und die
Forderungen nach Aufklärung, Gerechtigkeit und Entschädigung zu unterstützen.
Um die Teilnahme möglichst vieler zu gewährleisten, steht ein Bus bereit, der am Morgen des
Verhandlungstages von Jena nach Magdeburg fahren wird. Anmeldung, Hintergründe und Details
unter thevoiceforum.org.
Gerechtigkeit für Oury Jalloh!
Thüringen Kampagne – Do Justice To Oury Jalloh!
The VOICE Refugee Forum unterstützt vom Break Isolation!‐Netzwerk
http://thevoiceforum.org/taxonomy/term/21

Hintergrund
Im Gerichtsverfahren des Magdeburger Landgerichtes zu dem am 7.1.2005 in einer Dessauer
Polizeigewahrsamszelle verbrannten Asylbewerber Oury Jalloh wird dem damals verantwortlichen
Dienstgruppenleiter unterlassene Hilfeleistung mit Todesfolge vorgeworfen.
Ein erstes Gerichtsverfahren hierzu endete 2008 vor dem Landgericht Dessau mit einem Freispruch für
den Angeklagten, wobei der amtierende Richter selbst einschätzte, dass ein „rechtsstaatliches
Verfahren“ durch das Aussageverhalten der befragten Polizeibeamten „verhindert“ worden sei.
Entsprechend verwies der BGH den Fall 2010 zur Revision an das Landgericht Magdeburg mit den
Hinweisen, dass die „Beweisführung (in Dessau) lückenhaft“ und die „Urteilsbegründung (aus Dessau)
nicht nachvollziehbar“ sei sowie insbesondere darauf, dass nach Sachlage zumindest pflichtverletzendes
Verhalten der verantwortlichen Polizeibeamten (in Dessau) vorgelegen haben muss.
Das Magdeburger Verfahren hätte nach terminierter Maßgabe des Gerichtes bereits am 19.1.12 mit einer
Urteilsverkündung abgeschlossen werden können, da auch hier die Vertuschungsstrategien der
agierenden staatlichen Rechtsorgane unverändert zum Tragen kam. Die Anwälte der Nebenklage (Familie
Jalloh) stellten am 9.1.12 jedoch noch mehrere Anträge zur weiteren bzw. genaueren Aufklärung der
Abläufe im Dessauer Polizeirevier. So sollen:
1) Hintergrundinformationen über den seitens des Innenministeriums Sachsen‐Anhalt ergangenen
Ermittlungsauftrag an die Beamten der Kriminalpolizei Stendal im Fall Oury Jalloh verifiziert werden,
die im Zusammenhang mit wiederholten (mutmaßlich strukturell menschenverachtenden)
Sorgfaltspflichtverletzungen Dessauer Polizeibeamter bzw. möglicher Kenntnis dieser Zustände seitens
des Innenministeriums stehen.
2) die Hausärztin eines Polizeibeamten und ein von ihm konsultierter Polizeipsychologe befragt werden,
der sich nach dem Brand wegen „psychischer Probleme“ behandeln lassen wollte. Hier wurde
kolportiert, dass die psychologische Behandlung mit dem Verweis abgelehnt wurde, dass dies „…keine
Sache für einen Psychologen, sondern für einen Rechtsanwalt…“ sei.
3) ein wirklich umfängliches und ergebnisoffenes Brandgutachten in Auftrag gegeben werden, da die
bisherige Begutachtung strikt auf den mutmaßlich vorausgesetzten Fall der „Selbstanzündung mit
Feuerzeug“ durch Oury Jalloh selbst beschränkt war (Eine nachgestellte Entzündung der feuerfesten
Matratze alleine mit Feuerzeug gelang nicht und nach anderweitiger lokaler Entzündung ließ sich ein
dem Endzustand der Leiche entsprechende Hitzeentwicklung nicht reproduzieren). Zudem besteht der
Verdacht auf das Vorliegen mehrerer Brandherde, womit die These vom „Selbstmord“ praktisch
unhaltbar wäre.
Die „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ und die „African/Black Community“, welche durch
„Plataforma“ Berlin, The VOICE Refugee Forum und der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und
MigrantInnen ins Leben gerufen wurde, wählte aufgrund der von Beginn an suspekten Umstände im
vorliegenden Fall das immer wieder heftig angefeindete Motto: „OURY JALLOH – DAS WAR MORD!“,
welches zuletzt (trotz bereits 2006 gerichtlich festgestellter, rechtmäßiger Vereinbarkeit mit der
Meinungsfreiheit) als fadenscheinige Begründung für die geplante repressive Polizeibrutalität anlässlich
des mittlerweile 7. Todestages Oury Jallohs in Dessau instrumentalisiert wurde.
Aktivisten der oben genannten Organisationen haben durch ihren unermüdlichen und konsequenten
Einsatz eine Anklageerhebung gegen die bestehenden Vertuschungsstrategien seitens der Polizei und der
Staatsanwaltschaft erst möglich gemacht, von Anfang an eine Mordanklage eingefordert und auch die
Fortsetzung der gerichtlich einseitig auf „Unterlassung von Hilfeleistung“ eingeschränkten Aufklärung
durch Revision beim BGH ermöglicht!
Trotz der nicht hinnehmbaren und unglaublichen Vertuschung der Tatumstände, der
Verschleppung und Parteilichkeit der Ermittlungen durch
‐ die Löschung der elektronischen Dokumentation der Dienstabläufe vom 7.1.05
‐ die fast vollständige Löschung der beweisaufnehmenden Videodokumentation
‐ die Manipulation der Asservatenliste durch nachträgliches Hinzufügen eines Feuerzeuges
‐ das Verschwinden der wandseitig fixierenden Handschelle vor der kriminaltechnischen Untersuchung
‐ die nachweisliche Falschaussagen von Polizeibeamten vor Gericht und das
‚rechtsstaatliche‘ Bemühungen um Schadensbegrenzung
‐ die Nichtfeststellung von Nasenbein‐ und Mittelohrfrakturen in der ersten Obduktion, die einen
gewaltsamen Tod hätten nahelegen müssen
‐ die (gewollte) Nichterhebung einer Anklage wegen angeblich nicht ausreichenden Anhaltspunkten für
das Vorliegen einer strafbaren Handlung seitens der Polizeibeamten
‐ die Einschränkung der Anklage auf „unterlassene Hilfeleistung“
‐ den Versuch der Verhinderung einer Nebenklage durch die Familie Jalloh gegen Zahlung einer
„Entschädigung“ von 5.000 €
‐ die Einschränkung des gerichtlichen Brandgutachtens auf die Untersuchung nur der vorgegebenen
These der Selbstanzündung per Feuerzeug
‐ die inkonsequente Prozessführung im Angesicht polizeilicher Aussageverweigerung
‐ den Hinauswurf von Aktivisten und Prozessbeobachtern aus dem Gerichtssaal
werden wir nicht zurückstehen im Kampf für AUFKLÄRUNG, GERECHTIGKEIT und ENTSCHÄDIGUNG im Fall
Oury Jalloh!
Wir fordern angesichts der bis dato anhaltenden Vertuschungsmentalität von Polizei,
Staatsanwaltschaft und den Gerichten Sachsen‐Anhalts:
‐ die Änderung der Anklage auf Beihilfe zur Körperverletzung und Mord seitens aller Diensthabender
Polizeibeamten vom 7.1.05
‐ die Durchführung des Verfahrens unter Beiordnung internationaler unabhängiger Prozessbeobachter
‐ die Durchführung eines unabhängigen, ergebnisoffenen Brandgutachtens zur Ermittlung des
tatsächlichen Brandverlaufes
‐ die Schaffung einer unabhängigen Kommission zur Untersuchung der Ursachen für den Tod Oury
Jallohs, für seine Haft und für die Kettung seines Körpers am Tag des 7. Januar 2005 wie auch das
Gerichtsverfahren unabhängig untersucht
‐ die Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen gegen MigrantInnen in Deutschland, die bereits zu
vielen Todesfällen geführt haben, sowie die sich daran anschließende rassistische Kollaboration
innerhalb der Exekutive, der Legislative und der Judikative in der Bundesrepublik Deutschland

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Keine Angst: wir sprechen Deutsch!

“Jeder fünfte Mensch in diesem Land hat Migrationshintergrund, aber nur jeder 50. Journalist” – und das hat Folgen, wie Sheila Mysorekar von den “Neuen Deutschen Medienmachern” in ihrer Rede auf dem Integrationsgipfel am 31. Januar feststellte, die Publikative.org dokumentiert.

Von Sheila Mysorekar, mit freundlicher Genehmigung von Neue deutsche Medienmacher.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, Frau Dr. Böhmer,
sehr geehrte Damen und Herren,

als ich als ganz junge Journalistin bei einer Politikredaktion anfing und meine Texte abgab, geschah es oft, dass ich für meine gute Orthographie gelobt wurde. Das war mir seit der Grundschule nicht mehr passiert. Es war mir ein Rätsel, warum das in der Redaktion so positiv vermerkt wurde – bis mir aufging, dass niemand dort erwartet hatte, dass ich korrektes Deutsch schreiben könne. Denn die anderen Leute im Sender, die so aussahen wie ich, die haben dort geputzt.
Ich bin Rheinländerin. Ich bin so integriert, dass es kracht. Ich trinke Kölsch und feiere Karneval, die ganzen fünf Tage. Meine Migration besteht darin, dass ich von Düsseldorf nach Köln migriert bin, und wenn Rheinländer hier unter Ihnen sind, die können bestätigen: zwischen Köln und Düsseldorf, da liegen Welten.

Aber so normal deutsch ich mich fühle, in manchen Kontexten bin ich alles andere als normal. Ich bin Journalistin und in diesem Metier falle ich auf. Jeder fünfte Mensch in diesem Land hat Migrationshintergrund, aber nur jeder 50. Journalist. Wir sind also massiv unterrepräsentiert in diesem Beruf. Weswegen, da kann ich nur spekulieren. Vielleicht, weil Journalisten die Gralshüter der deutschen Sprache sind? Direkt nach Deutschlehrerinnen und Edmund Stoiber?

Und Ausländer sprechen halt kein Deutsch, das weiß ja jeder. Im Laufe meines Lebens ist mir buchstäblich schon Tausende Male gesagt worden: „Sie sprechen aber gut Deutsch!“ Darauf antworte ich gerne: „Ich wünschte, ich könnte das auch von Ihnen behaupten!“

Die Neuen Deutschen Medienmacher sind Journalisten und Journalistinnen mit Migrationshintergrund. Wir setzen uns dafür ein, dass mehr Migranten, schwarze Deutsche, Bindestrich-Bürger jeder Art in den Medien vertreten sind – vor und hinter der Kamera. Ein Ranga Yogeshwar, eine Dunja Hayali reichen nicht. Wir wollen nicht nur lächelnde Moderatoren sein, sondern Reporter, Redakteurinnen und Entscheider auf der Chefetage. Wir wollen Themen setzen und Blickwinkel verändern.

Es geht dabei auch um Diskurshoheit. Damit nicht – wie im Fall Sarrazin – Rassismus medial als Tabubruch inszeniert wird, selbst in seriösen Medien wie dem ‚Spiegelʼ und der ‚Zeitʼ. Oder damit nicht – wie im Falle der Neonazi-Mordserie – den Opfern lange Zeit auch von den Medien unterstellt wird, sie hätten durch kriminelle Machenschaften ihre Ermordung selbst verschuldet.

Wir wollen, dass die Medien die Dinge beim Namen nennen: Nicht ‚Fremdenfeindlichkeitʼ schreiben oder ‚Ausländerfeindlichkeitʼ – wir sind ja keine Ausländer, sondern Deutsche, und fremd sind wir schon gar nicht. Das heißt, es geht um Rassismus, nicht um Konflikte zwischen ach so fremden Kulturen. Und das Wort ‚Rassismusʼ kommt in der deutschen Presse äußerst selten vor.

Die multikulturelle Normalität, die zumindest in deutschen Großstädten herrscht, ist in den Medien nur zum Teil angekommen. Wir Neuen Deutschen Medienmacher fördern deshalb den Nachwuchs, wir organisieren ein Mentorenprogramm, reden mit Chefredakteuren und Herausgeberinnen, geben Diversity-Workshops, machen interkulturelle Fortbildungen in Redaktionen, richten Datenbanken ein und vieles mehr.

Unseren Platz müssen wir uns erkämpfen, denn in einer Branche, wo es sehr darauf ankommt, dass man die richtigen Leute kennt, fehlen uns die Seilschaften. Überspitzt gesagt: Die wenigsten von uns haben Väter, die mit Intendanten Golf spielen. Wir müssen uns also eigene Netzwerke aufbauen. Und das tun wir. Den Redaktionen bieten wir gute Leistung und fähige Kollegen an, die oft mehrsprachig sind und interkulturelle Kompetenz mitbringen, was in einer globalisierten Welt nur von Nutzen ist.

Aber es geht den Neuen Deutschen Medienmachern nicht nur darum, dass Journalisten mit Migrationshintergrund einen selbstverständlichen Platz in den Redaktionen einnehmen. Darüber hinaus wollen wir, dass deutsche Medien nicht nur weiße Deutsche als ihre Zielgruppe betrachten, sondern auch alle anderen Zuschauer, Zuhörer oder Leser, nämlich Deutsche mit verschiedenen ethnischen Hintergründen. Damit kann man sogar Geld verdienen.

In den USA beispielsweise überstieg letztes Jahr die Zahl der Menschen, die spanischsprachiges Fernsehen schauen, zum ersten Mal die Zahl der Zuschauer, die englischsprachiges Fernsehen gucken. Und in den USA herrscht – ähnlich wie in Deutschland – ein großes Zeitungssterben. Mit Ausnahme von Presse, die sich an ethnische Minderheiten richtet: dieser Zweig wächst nämlich rapide. Wer weiß – vielleicht könnten auch deutsche Zeitungen die allgemeine Krise in den Printmedien überwinden, indem sie sich stärker an die ethnischen Minderheiten wenden?

Es gibt viele von uns, und wir werden immer mehr.
Und keine Angst: wir sprechen Deutsch.

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gewaltättige Übergriffe der Polizei vor und während des Gedenkmarsches für Oury Jalloh in Dessau am 07.01.2012

Pressemitteilung

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland verurteilt aufs Schärfste die unangemessene Gewalt und Übergriffe der Polizei in Dessau, während der Gedenkdemonstration an Oury Jalloh. Wir fordern die lückenlose Aufklärung dieser Umstände, in denen viele Teilnehmer schwerste Verletzungen erlitten.

Laut Augenzeugenberichten kam es bereits zu Beginn der Demonstration zu Provokationen und Konfrontationen zwischen der schwerbewaffneten Polizei und den friedlichen Teilnehmer_innen. Laut Augenzeugen wurde seitens der Polizei während der Demonstration immer wieder unter Vorwänden versucht, die Teilnehmer_innen aufzuhalten oder sie zu verhindern. Zudem sei es gegen Ende des weitgehend friedlichen Protests um 17 Uhr im Bahnhofsgebäude erneut zu massiver Gewalt mit Einsatz von Pfefferspray seitens der Polizei gekommen. Augenzeugen berichten von grundlosen Angriffen, „aufgeregtem Herumschubsen“ und Schlagen seitens der Polizisten. Neben der gezielten Störung durch die massive Polizeipräsenz und -gewalt gerieten besonders die führenden Aktivisten der Oury-Jalloh-Kampagne Komi Edzro, Mbolo Yufanyi und Mouctar Bah ins Visier der Beamten.

Mbolo Yufanyi gab an, dass er bereits vor Beginn der Demonstration von zwei Polizisten angegriffen und geschlagen - später dann durch einen weiteren Angriff am Auge verletzt worden sei, als er sich schützend vor Mouctar Bah zu stellen versuchte. Dieser wurde von einem Polizisten mit seinem Helm am Kopf getroffen, in den Bauch geschlagen und mit Pfefferspray angegriffen.

Er verlor vorübergehend das Bewusstsein und liegt bis zum jetzigen Zeitpunkt im Krankenhaus. Nach eigener Aussage war Bah bereits im Vorfeld der Kundgebung in seinem Laden in Dessau von zwei Polizisten aufgesucht worden, die ihm drohten, das Wort „Mord“ im Zusammenhang mit Oury Jalloh bei der Demonstration nicht mehr zu dulden und ihn im Fall der Benutzung, zur Verantwortung zu ziehen. Jedoch hatte es zu diesem Zeitpunkt keine Auflage gegeben, dass bestimmte Aussagen nicht benutzt werden dürften.

Diese neue Stufe der Aggression und Repression gegen Menschen, die eine Aufklärung der Umstände um den Tod von Oury Jalloh fordern, bestärkt uns, diesen Protest weiterhin zu unterstützen. Dabei geht es nicht allein um den Sieg durch eine gerechte Verurteilung und Anerkennung dieses Mordes, sondern auch darum, die Ungerechtigkeit in den Institutionen wie die der Polizei zu entlarven. Wir fordern das Ende polizeilicher Willkür! Die Koalition des Schweigens und der Vertuschung muss gebrochen werden.

 

Gerechtigkeit für Oury Jalloh!

 

Vorstand ISD Bund e.V.

dessau_demo_oury-jalloh.pdf

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Wie Rassismus aus Wörtern spricht

(K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache.

Ein kritisches Nachschlagewerk.

 

 

Entgegen vieler Auffassungen ist der Kolonialismus noch längst nicht Geschichte. Rassismus ist eine seiner gravierendsten Erblasten. Das Ziel des kritischen Sammelbandes besteht darin, aufzuzeigen, wie sich Rassismus und Kolonialismus nachhaltig in die deutsche Sprache eingeschrieben haben. Dabei werden rassistische Begriffe analysiert und widerständige Benennungspraxen von People of Color diskutiert. Diese postkolonialen Analysen werden in historische und theoretische Erörterungen zu Kolonialismus und Rassismus eingebettet. Buchpräsentation Termin: Dienstag, 08. 11. 2011; 16:00 – 18:00 Uhr Ort: Iwalewa‐Haus Münzgasse 9 95444 Bayreuth pressemeldung_8_11_11.pdf

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Wieder eine Schwarze Frau von deutschen Polizisten erschossen!

Wir, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund) e.V. haben mit Entsetzen von dem Tod einer Schwarzen Frau erfahren die, wie wir inzwischen erfahren haben Christy Omorodion hieß.
Sie wurde am 19. Mai in einem Frankfurter JobCenter von einer Polizistin erschossen und die Umstände rufen Erinnerungen wach an das Schicksal Mariame N’Deye Sarr, die im Jahr 2000 ebenfalls unter nie endgültig geklärten Umständen von einem Polizeibeamten erschossen wurde. Es wurde auch nie geklärt warum zwei Polizisten eine Frau nichtberuhigen können und zur Waffe greifen mussten.
Tödliche Fälle von Polizeigewalt gegenüber Schwarzer Menschen sind leider keine Seltenheit und wir fragen uns, und große Teile der Schwarzen Gemeinschaft ebenso, ob es tatsächlich so ist, dass Schwarze Menschen und andere People of Color Gefahr laufen müssen, Opfer polizeiliche Gewalt zu werden.
Wir verurteilen auf Schärfste diesen erneuten brutalen Angriff auf eine Schwarze Person und fordern eine rückhaltlose Aufklärung dieses Falles, der zum Tod einer Schwester geführt hat. Die einseitige und unreflektierte Berichterstattung in den Medien nehmen wir ebenso mit Empörung auf und fordern die Journalisten auf die Untersuchungsergebnisse der zuständigen Stellen abzuwarten bevor sie vorschnell von einer “Notwehrsituation sprechen.

Wir fordern darüber hinaus die sofortige Suspendierung der Polizeibeamtin, die die Frau erschossen hatte, und sollte sich rausstellen, dass sie ihre Dienstpflicht verletzt hat, sie aus dem aktiven Polizeidienst zu entlassen.
Schwarze Menschen sind kein Freiwild für schießwütige Polizist_innen und wir fordern die zuständigen Innenministerien auf, endlich Massnahmen zu treffen die solche Vorkommnisse in Zukunft verhindern.

Vorstand, ISD-Bund e.V., Mai 2011

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Demonstration durch Magdeburg am 19.05.2011

Am 19.05.2011 wird es im Anschluss an die Hauptverhandlung eine Demonstration durch Magdeburg geben.
Der Treffpunkt ist um 16:00 Uhr vor dem Magdeburger Landgericht.

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh fordert:
BREAK THE SILENCE! Brecht das Schweigen!
Wir wollen ein faires Verfahren, das Aufklärung des Falles, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Familie bringt!
Ein Ende der Schikanen und Repression gegen alle Aktivist_innen!
Ein Ende der Polizeibrutalität und des Behördenrassismus!

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Bayreuth, 24.-26.4.2011: „BIGSAS Festival afrikanischer und afrikanisch-diasporischer Literaturen“

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In Lesungen, Performances und Podiumsdiskussionen präsentieren Autor_innen aus Afrika und seinen Diasporas ihre Arbeiten. Das Literaturfestival, das 2011 zum ersten mal stattfindet, steht unter dem Thema „Afrikanische Konzeptionen von Europa“.

Es lesen: Femi Osofisan (Nigeria), Biyi Bandele (Nigeria(UK), A.A.Wabéri (Djibouti), Jean-Luc Raharimana (Madagascar/Frankreich), Patrice Nganang (Kamerun/USA), Rinaldo Walcott (Kanada), Cristina Ali Farah (Somalia/Italien), Chika Unigwe (Nigeria/Belgien), Tsitsi Dangarembga (Zimbabwe), Sénouvo Agbota Zinsou(Togo/Deutschland).

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Das Programm -> bigsas_litfest-e-flyer_290411.pdf

Demnächst auch unter: www.bigsas.uni-bayreuth.de/literaturfestival

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rassistische Glosse in der “TAZ”

in einem offenen Brief kritisiert der Migrationsrat Berlin Brandenburg / MRBB die als Links geltende Zeitung “TAZ.
“Die gewählte Form der Satire kann dabei als ein Vorweggriff der gängigen weißen Abwehrstrategien („Ist doch nur Spaß“, „Das war doch gar nicht so gemeint“ oder „Das muss man doch noch sagen dürfen“) gelesen werden, delegitimiert sie doch die Kritik an der Verwendung von rassistischen Unwörtern wie „N-König“ oder „N-Hoheit“ mit dem Verweis auf ihren „Unernst“.

Zwar darf die Satire laut Kurt Tucholsky bekanntlich „Alles!“, sie verliert dieses Anrecht jedoch, wenn sie anstatt kritisch herrschende Machtverhältnisse zu hinterfragen, diese vielmehr stabilisiert, indem sie rassistische und sexistische Stereotype reproduziert.”

Der MRBB fordert die “TAZ” dazu auf, sich öffentlich kritisch mit der eigenen weißen Machtposition auseinanderzusetzen sowie auf diskriminierende und rassistische Berichterstattung zu verzichten. Unterstützt wirde der MRBB von Antidiskriminierungsnetzwerks des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (ADNB des TBB), des Vorstands der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), des Vorstands Schwarze deutsche Frauen und Schwarze Frauen in Deutschland e.V. (ADEFRA), des Vorstand des Afrika-Rats e.V.

Den ganzen Brief als pdf Datei ->beschwerdebrief-an-taz.pdf

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Flüchtlingskonferenz in Jena und Kundgebung in Zella-Mehlis

Wir werden die Isolation aus den Lagern heraus brechen!
Hauptthemen der Konferenz in Jena werden sein:
die Ausbeutung und Diskriminierung der Flüchtlinge durch staatliche Reglementierungen gefasst in das sogenannte Asylbewerberleistungsgesetz, sowie die daraus resultierenden alltäglichen Repressionen und Bedrohungen durch die staatlichen Behörden.
Bundesweites Vorbereitungstreffen der FlüchtlingsCommuinty bei The VOICE

http://thevoiceforum.org/node/2084

Hinsichtlich der Vorbereitungen für eine bundesweite Flüchtlingskonferenz in Berlin ruft The VOICE Flüchtlinge aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen, um die Bewusstseinsbildung, den Organisierungsprozess und die Mobilisierung zu verstärken.

Die anvisierte Konferenz in Berlin ist ein Ergebnis der Antirassismus-Tagung in Frankfurt „No border lasts forever“ im Rahmen der Kampagne „Abolish - Diskriminierende Gesetze gegen Flüchtlinge abschaffen!“

Einladung von The VOICE zum Jenaer Vorbereitungstreffen der bundesweiten Flüchtlingskonferenz

In jedem Lager wird gekämpft! - Aber um erfolgreich zu sein, muss eine politische Position definiert werden.
Wir werden die Isolation aus den Lagern heraus brechen!

Asylbewerber, FlüchtlingsaktivistInnen und MigrantInnen aus verschiedenen Lagern treffen sich um über die jüngsten Kämpfe in den Lagern zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Es wird Präsentationen und Diskussionen über den Kampf der Flüchtlinge und Veranstaltungen geben.

Themen:
- Lagerkomitee und Kämpfe gegen die Verfolgung von Flüchtlingen in Deutschland
- Unser Bewusstsein im Kampf gegen Ungerechtigkeit
- Das Netzwerk der Flüchtlingscommunity – Brecht die Isolation in den Lagern aus den Lagern heraus!
- Veranstaltungen und Aktivitäten von Flüchtlings- und MigrantInnen-Initiativen
- Genaue Beschreibungen der Situation in den Lagern werden während des Treffens vorgestellt.
- Eine Online-Videokonferenz wird aus Jena übertragen.

Den gesamten Artikel unter - http://www.thevoiceforum.org/node/2083

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Hamburg braucht keinen „Askariweg“!

Im Hamburger Stadtteil Wandsbek-Jenfeld hat die AG „ Wohnen und Verkehr“ dem Bezirksamt die Anlegung eines „Askariwegs“ vorgeschlagen. Gemeinsam mit einem ebenfalls projektierten „Tansaniaring“ soll die Straße den so genannten „Tansania-Park“ flankieren. Der seit Jahren umstrittene Gedenkort, der noch immer auf ein von der Öffentlichkeit getragenes postkoloniales Erinnerungskonzept wartet, enthält zwei große nationalsozialistische „Askari-Reliefs“ sowie ein Ehrendenkmal für die koloniale „Schutztruppe“ und für das Afrika-Korps der deutschen Wehrmacht.

„Die Opfer haben weder eine angemessene Entschädigung erhalten, noch haben sie einen verantwortlichen Umgang der Bunderepublik Deutschland erfahren in Bezug auf die kolonialen Verbrechen des Deutschen Reiches, dessen Rechtsnachfolgerin die BRD ist“, so Sharon Otoo vom Vorstand der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund e.V.). „Es ist an der Zeit, dass sich Deutschland seiner Kolonialzeit und deren Auswirkungen endlich selbstkritisch stellt und für die dadurch entstandenen Schäden aufkommt.“

die ganze Pressemitteilung ->frrd_pmaskariweg.pdf

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Aufruf zum 5. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Sklavenhandel, Sklaverei, Kolonialismus und rassistischer Gewalt

Das Komitee für ein afrikanisches Denkmal in Berlin (KADIB) veranstaltet am 26.2.2011 den 5. Gedenkmarsch zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Sklavenhandel, Sklaverei, Kolonialismus und rassistischer Gewalt in Berlin.

Dieser Gedenkmarsch wurde vom Komitee für die Einrichtung eines afrikanischen
Denkmals in Berlin (KADIB) ins Leben gerufen, um der Forderung nach Anerkennung der Verbrechen gegen Schwarze Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft Nachdruck zu verleihen.

Das Ende der Kongokonferenz (15. Nov. 1884 - 26. Feb. 1885), auch Berliner Konferenz genannt, auf der Afrika von blutrünstigen Kolonialmächten willkürlich aufgeteilt wurde, haben wir als Datum für diesen Gedenktag ausgewählt. Um unserer Forderung nach Gerechtigkeit für Menschen afrikanischer Herkunft Nachdruck zu verleihen, wollen wir jährlich der Opfer der kolonialen Barbarei gedenken.
Völkermorde, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Zwangsarbeit, kulturelle Genozide, politische und ökonomische Ausbeutung und Unterdrückung sind die verheerenden Folgen des Kolonialismus. Völker wie das Sahrauische Volk leiden noch heute unter den Folgen des Kolonialismus, und der afrikanische Kontinent wird nach wie vor weiter unterdrückt.
Mehr als 30 Millionen Afrikaner wurden Opfer dieser Verbrechen gegen die
Menschlichkeit.
Die von Deutschland begangenen Genozide in Afrika (gegen die Hereros in Namibia und Maji-Maji in Tansania) warten immer noch auf offizielle Anerkennung.
Hunderttausende Menschen afrikanischer Herkunft sind auf Seiten der Alliierten für die Befreiung Deutschlands vom Naziregime im zweiten Weltkrieg gefallen. Tausende Schwarze Deutsche wurden von den Nazis zwangssterilisiert oder in den
Konzentrationslagern umgebracht.
Trotz internationaler Verpflichtung (Durbaner UNO Erklärung) gibt es in Berlin
immer noch keine Gedenkstätte für die afrikanischen Opfer von Sklaverei, Sklavenhandel, Kolonisierung und Naziverbrechen und es sind bis bis heute nur wenige Schritte zur
Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte unternommen worden: In Deutschland
tragen heute noch Straßen die Namen von Kolonialverbrechern, und
Sklavenhändler werden in einigen deutschen Städten geehrt (Hamburg).
Anlässlich der Kampagne „125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz“ im letzten Jahr haben hunderte Menschen an der Veranstaltung teilgenommen. Dieses Jahr ist das 5. Jubiläum des Gedenkmarsches, und wir appellieren an alle, uns zu unterstützen, damit der Gedenkmarsch sich in Deutschland etabliert.
Familie und Kinder sind besonders gewünscht: unsere Kinder müssen für den Kampf vorbereitet werden.

Gedenkmarsch: 26.2.2011, Treffpunkt: 11:00 Uhr, Wilhelmstr. 92 , 10117 Berlin
Unsere Marschstrecke ist wie folgt geplant: Kranzniederlegung an der Gedenktafel der Aufteilung Afrikas an der Wilhelmstr. 92 danach Marsch bis Neue Wache (Unter den Linden). Ende der Veranstaltung: ca. 15:00 Uhr

Der Aufruf als PDF - aufruf-gedenkmarsch-am-26feb2011.pdf

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ISD Soli-Party in Berlin

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OPENING PARTY - Black History Month - Hamburg 2011

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Samstag, 29. Januar um 22:00 - 30. Januar um 05:00
Café Schöne Aussichten
Gorch Fock Wall 4, S-Bahn Dammtor / U1 Stephansplatz
Hamburg, Germany
BLACK HISTORY MONTH is coming up !
15 years of BHM in Hamburg !

BHM community, supporters and friends
- let’s get together again !

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Akulturationsstress von Migrant_innen

„Viele Migranten fühlen sich deutsch, sind in Deutschland aufgewachsen, werden aber nicht als Deutsche angenommen. Darüber hinaus stellt sich die Frage: Spielt die Herkunft eine Rolle im Beruf?“ Die Autorin (Soziologin, ehemals VIVA zwei Moderatorin) untersucht diese Frage anhand von berufsbiographischen Erlebnissen von in Deutschland verorteten Akademikern mit europäischem und afrikanischem Migrationshintergrund, die sie in Tiefeninterviews zusammengetragen hat. Erfahrungen in Kindheit, Schule und Beruf zeigen laut Madubuko, einerseits Akzeptanz aber auch, mit welchen Ressentiments Migranten leben und welche Strategien sie zur Bewältigung des Akkulturationsstresses entwickelt haben. Wichtigste berufliche Strategie sind Mehrarbeit und sich keinerlei Fehler zu leisten, da diese vom deutschen Umfeld auf die Herkunft bezogen würden. Herkunftsbezogene Ablehnung hätte sich u.a in Zweifeln an der Kompetenz oder Benachteiligungen in Beförderung und Entlohnung ausgedrückt. Die Studie zeigt die täglichen Bemühungen einer Migrantengeneration in Deutschland akzeptiert zu werden.

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Näheres  zur Biographie der Autorin Dr. Nkechi Madubuko und Bestellung von Rezensionsexemplaren
unter www.nkechi.madubuko.de

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Tod in der Zelle - Info-Abend zum Jalloh-Prozess am 28.01.2011

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Pressemitteilung der Internationalen Liga für Menschenrechte

Liga ruft zur Beobachtung der Neuverhandlung auf und fordert rückhaltlose Aufklärung der Todesumstände:
“Angehörige von Oury Jalloh haben Recht auf rechtsstaatliches Verfahren, das ihnen bislang verwehrt worden ist.”

Am Mittwoch, 12. Januar 2011, 9:30 Uhr, Saal A 23, ist Prozessauftakt im Revisionsverfahren gegen einen Polizeibeamten, der sich für den Verbrennungstod des Asylbewerbers Oury Jalloh im Dessauer Polizeigewahrsam vor sechs Jahren verantworten muss. Der Prozess wird von bundesdeutschen und internationalen Menschenrechtsgruppen und Juristen beobachtet.

Dieses erneute Verfahren ist möglich geworden, weil der Bundesgerichtshof (BGH) Anfang letzten Jahres in der Revision das freisprechende Urteil der ersten Instanz vor dem Landgericht Dessau aufgehoben und eine Neuverhandlung anberaumt hatte. Die Liga wertete diese Entscheidung als einen großen Erfolg all jener, die sich beharrlich für ein rechtsstaatliches Verfahren und für die Aufklärung dieses tragischen Todes eines Asylsuchenden im Polizeigewahrsam einsetzen. Dazu gehören in erster Linie die Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh und Mouctar Bah, den die Liga für sein Engagement, den Verbrennungstod seines Freundes aufzuklären, mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille 2009 ausgezeichnet hat. Die ermutigende Entscheidung des BGH eröffnet nun die späte Chance, dass die Todesursache doch noch aufgeklärt und die polizeiliche Verantwortung für den Tod in der Polizeizelle Nr. 5 offen gelegt wird.

Jetzt muss die Chance vor dem Landgericht Magdeburg genutzt werden, auf Grundlage der BGH-Entscheidung und ohne Tabus die Umstände, die zum Tod von Oury Jalloh im Polizeigewahrsam führten, rückhaltlos aufzuklären – soll sich der Polizeiskandal nicht zu einem Skandal des Rechtsstaates auswachsen. Mit seiner Entscheidung sagte der BGH in aller Klarheit: Die Angehörigen von Oury Jalloh haben ein Recht auf ein rechtsstaatliches Verfahren - das ihnen bislang, so das BGH-Urteil, verwehrt worden ist. Im Dessauer Verfahren war die justizielle Aufklärung jedenfalls gescheitert. Die entscheidenden Fragen, wer die Matratze entgezündet hatte, auf der Oury Jalloh an Händen und Füßen fixiert war, wie der Brand entstehen und sich entwickeln konnte, blieben am Ende des ersten Prozesses ungeklärt - nach 22 Monaten Prozessdauer, trotz aufwändiger Brandversuchsanordnungen und Sachverständigen-Gutachten.

Das Dessauer Gerichtsverfahren war von Anfang an und insgesamt geprägt von Ungereimtheiten und Schlampereien, auffälligen Gedächtnislücken und Lügen, Widersprüchen und Vertuschungen, verschwundenen Beweisstücken und unterlassenen Ermittlungen. Die Aufklärung der organisierten Verantwortungslosigkeit auf dem Dessauer Polizeirevier scheiterte letztlich am aufklärungsresistenten Korpsgeist der Polizeizeugen und an einer Fülle von Ermittlungspannen. Zum Schluss blieb nur noch festzustellen: An Oury Jallohs Todestag war in der Polizeizelle Nummer 5 im Dessauer Polizeirevier fast alles möglich.

Das Strafverfahren vor dem Landgericht Dessau ist aber nicht allein an einer “Mauer des Schweigens” auf Seiten der Polizei gescheitert; auch das Gericht hat bei der Aufklärung dieser Tragödie versagt. So mit der rätselhaften und bis zuletzt unbewiesenen Grundannahme von Staatsanwaltschaft und Landgericht, Oury Jalloh habe sich selbst angezündet – praktisch in „Obhut“ und unter den Augen der Polizei, trotz Totalfesselung und des alkoholisierten Zustands von Oury Jalloh, trotz Kontrollgängen, Gegensprechanlage und Alarmsystem. Jedenfalls hat die Festlegung auf die Selbstentzündungsfiktion bislang die Option verbaut, auch andere Ursachen für das Entstehen des Feuers zu überprüfen. Immerhin gibt es diverse Indizien, die auf ein Verschulden Dritter hindeuten könnten. Die Frage lautet nach wie vor: War es ein Unglück — oder gab es, wie Gabriele Heinecke, die Rechtsanwältin von Oury Jallohs Mutter, formuliert, „einen Vorsatz, einen Menschen zu töten?“

Der BGH hat in seinem Revisionsurteil wichtige Vorgaben für die Neuauflage des Verfahrens vor dem Landgericht Magdeburg geliefert, indem er die prekären Kernbereiche des Dessauer Verfahrens und des ersten Urteils benannt hat. Über die justizielle Aufklärung hinaus muss es aber nach Auffassung der Liga im Interesse der Rechtsstaatlichkeit auch darum gehen, die Mentalitäten, Strukturen und Missstände im Polizeiapparat endlich zu überwinden, die zu institutionellem Rassismus und immer wieder zu nicht aufgeklärten Fällen tödlicher Polizeigewalt führen.

Weitere Informationen unter: http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/

Prozesstermine/Adressen/Kontakte/Hinweise u.a.:

21 Ks 141 Js 13260/10 (8/10) – 1. große Strafkammer

Strafprozess um den Tod von Oury Jalloh beginnt
am Mittwoch, 12. Januar 2011, 9.30 Uhr, im Landgericht Magdeburg, Saal A 23,
Adresse: Halberstädter Str. 8, 39112 Magdeburg.
***
Mahnwache in Magdeburg zum Beginn des Prozesses am 12.01.11, 9:00 h,
vor dem Landgericht Magdeburg, Halberstädter Str. 8.
***
Am 12.01.2011 findet eine Pressekonferenz der INITIATIVE IN GEDENKEN AN OURY JALLOH
vor dem Landgericht Magdeburg nach der ersten Verhandlungspause statt
http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/

Original siehe pdf - pm-lg-magdeburg-eroffng-1-2011-nf1.pdf

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Oury Jalloh - Prozeßbeginn am 12. Januar in Magdeburg

Am 07.01.2005 verbrannte Oury Jalloh im Polizeigewahrsam. Gefesselt an einer feuerfesten Matratze soll er das Feuer selbst gelegt haben. Doch zahlreiche Indizien sprechen gegen diese Version: ein gebrochenes Nasenbein, eine verschwundene Videoaufzeichnung, ein erst nachträglich aufgefundenes Feuerzeug, eine verdächtige Flüssigkeit und das Ausschalten des Feueralarms in der Nacht. Der erste Prozess in Dessau war eine Farce, die beiden angeklagten Polizeibeamten wurden freigesprochen. In seiner Urteilsbegründung räumte der Vorsitzende Richter Steinhoff damals ein, daß die Verhandlung “trotz aller Bemühungen schlicht und ergreifend gescheitert” sei. Angesichts des Schweigens, der Lügen und Vertuschungen der befragten Polizeizeugen habe das Gericht keine Chance gehabt, den Fall aufzuklären. Nun wird in nächster Instanz verhandelt. Der Prozess gegen den verbliebenen Polizeibeamten Schubert beginnt am 12. Januar um 9.30 Uhr im Magdeburger Landgericht. Eine Mahnwache ist von 9 bis 16 Uhr angemeldet.
Am Todestag von Oury Jalloh demonstrierten auch in diesem Jahr etwa 150-200 Menschen durch Dessau. Sie forderten Aufklärung und Gerechtigkeit und eine Anklage gegen die verantwortlichen Polizeibeamten wegen Mordes. Mit mitgetragenen Särgen erinnerten sie an die Namen weiterer Todesopfer rassistischer Gewalt: Dominique Koumadio, Halim Dener, Markus Omafuma, Mohammad Selah, Arumugasamy Subramaniam

Weiter Prozesstermine als PDF - prozestermine_magdeburg.pdf

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Karnevalsverein setzt weiterhin auf Rassismus

20.12.2010, FRANKFURT. Trotz anhaltender Kritik will der Frankfurter Karnevalsverein „Die Kameruner“ erneut eine „Negersitzung“ durchführen. Antirassistische Initiativen wenden sich gegen die exotistischen und rassistischen Praktiken des Vereins: „Es ist ein Skandal, dass Stadt und Kirche diesem Verein eine Plattform für seine entwürdigenden und diskriminierenden ‚Feste‘ bereitstellen!“

Gemeinsame Pressemitteilung antirassistischer Initiativen aus Frankfurt - pressemitteilung-kameruner.pdf

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Ein Interview das auch heute noch so stattfinden könnte…

denn auch in diesem Interview mit El Hajj Malik el-Shabazz (Malcolm X) zeigt sich wie notwendig die Definitionshoheit ist, die mit dem Recht auf Selbstbestimmung einhergeht.

Darüberhinaus wird deutlich wie wichtig es ist zu zeigen wer kompetent ist über Rassismus und seine Folgen zu reden bzw. zu analysieren und wer nicht..

aber seht selbst

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Ausser Spesen nichts gewesen…

LESERBRIEF
Ortstermin: Negerprinzessin/Der Spiegel 51/2010

Außer Spesen nichts gewesen …

Schüler_innen, die im Unterricht nicht mitkommen und die eigene
Inkompetenz dann blasiert als Langeweile umdefinieren, mokieren sich
dann währenddessen auch gerne über die Frisur der Lehrerin oder die
Sockenfarbe des Lehrers oder sie doodeln oder schreiben SMS….

Spiegelleser_innen, die den aktuellen Spiegel-Ortstermin zu einer
Veranstaltung der Berliner Werkstatt der Kulturen zum Thema >Playing
in the Dark. Das sagt man nicht. Diskriminierende Sprach in Politik,
Medien und Alltag< gelesen haben, wissen nun also dank dem Spiegel,
was Michel "Piranha" Friedmann alles so mit einem Kugelschreiber
anstellen kann während er eine Wortveranstaltung moderiert -
inhaltlich erfahren sie nichts von Relevanz.

Bedauerlich, dass ein deutsches Leitmedium, das ja selbst im
Wortgeschäft ist, sich so gar nicht mit Sprache und seiner eigenen
Verstrickung in hegemonialen Benennungspraxen beschäftigen mag.

Der Spiegel - ein einflussreiches Magazin also, deren
Mitarbeiter_innen nicht wissen (wollen), dass Rassismus ein
jahrhundertealtes weißes europäisches Projekt ist, das
pseudowissenschaftlich untermauert wurde - und das den
Versklavungshandel, den Kolonialismus, den millionenfachen Genozid an
Nicht-Weißen in den Amerikas, Australien, Afrika und Teilen Asiens
sowie die Shoah gebar - ein Projekt somit, das sich sowohl in heutigen
politischen und ökonomischen Strukturen wie eben auch in Sprache
manifestiert.

Und dann wird noch "so richtig schön nicht-pc" mit >Negerprinzessin<
getitelt, weil nicht verstanden wird, dass >Pippi im Taka-Tuka Land<
in deutschen Kinderzimmern immer wieder aufs neue eine koloniale
Unterwerfungsfantasie zelebriert. Und warum weiß das keiner beim
Spiegel - und warum schmunzeln da die Redakteure? - Weil sie nicht
realisiert haben, dass sie mehrheitlichst weiß sozialisiert sind und
eben aus dieser höchst relevanten - jedoch diskursiv unsichtbar
gemachten - Perspektive des Weißseins die Welt betrachten und
beschreiben, sich aber als vermeintlich objektive Beobachter am
Spielfeldrand der Sprachpolitik gerieren, während sie doch in
Wirklichkeit als Spieler mitten im Getümmel sind - der Beitrag von
Herrn Scheuermann demonstriert das aufs Klarste. Die Reisekosten von
Hamburg nach Berlin hätten Sie getrost einsparen können.

Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich
geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle
Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Lehre und Aufklärung
veröffentlichen werde.

Nadja Ofuatey-Alazard

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Rassismus ist kein Karnevalsspaß: Stellungnahme zum Blackface-Werbeplakat des Ba-Hu-Elferrats

Der “akademische Faschingsverein” “Ba Hu Elferrat” an der HTWK Leipzig bewarb vor wenigen Wochen eine Karnevalsveranstaltung mit “Blackface”-Plakaten und -Flyern, auf denen der Auftritt eines schwarz angemalten Weißen angekündigt war. Dazu veröffentlicht die AG postkolonial folgende kritische Stellungnahme:
Kolonialismus war nicht nur ein Unternehmen von Staatsmännern, und Kolonialismus hinterließ seine Spuren nicht nur „in Übersee“. Kolonialismus prägte auch Alltag und Kultur in Europa und Deutschland selbst auf wesentliche Weise. Leipzig war davon keineswegs ausgenommen: In Leipziger Buchhandlungen und Stadtbibliotheken wurden koloniale Romane von BürgerInnen wie ArbeiterInnen gleichermaßen nachgefragt; Kaffee, Kakao und Gewürze aus den Kolonien ließen LeipzigerInnen in Kolonialwarenläden und Caféhäuser einkehren – der Elefantenkopf an der Fassade des Riquet Café bezeugt diese Verbindung bis heute; und sogenannte Völkerschauen, in denen BewohnerInnen der Kolonien zur Schau gestellt wurden, waren um 1900 so erfolgreich und lukrativ, dass der Leipziger Zoo es sich leistete, für deren Darbietung eine eigene Bühne bauen zu lassen. Bis 1931 fanden dort etwa 40 solcher Darbietungen statt.
Dies sind nur einige der unzähligen Beispiele dafür, wie stark deutscher Alltag, deutsche Populärkultur und damit die deutsche Gesellschaft von Kolonialismus durchdrungen war. Diese Popkultur war keineswegs unschuldig: Sie war verknüpft mit dem kolonialen Projekt der wirtschaftlichen und politischen Ausbeutung. Kein Wunder also, dass die Ausstattung von Caféhäusern, der Plot von Kolonialromanen sowie Völkerschauen Bilder transportierten, die das koloniale Projekt stützten: Ein Elefantenkopf und in Holz geschlagene schwarze Diener, die eintretende Gäste begrüßen; Geschichten von undurchdringlicher, finsterer Wildnis, Menschenfressern und weißen Helden; Spektakel mit Tänzen und Trommeln – diese Bilder erfanden „den unzivilisierten Schwarzen“ und „den zivilisierten Weißen“. Sie lehrten die deutsche Gesellschaft, dass „der Schwarze“ verfügbar sei: als Arbeitskraft und als Objekt, das schamlos angeglotzt, angefasst und belacht werden dürfe.
Diese Lektion und diese Bilder haben bis heute überlebt: Konsumgüter-, Tourismus- und Showindustrie schöpfen aus ihnen, wenn sie mit „Mohren“ werben und in exotisierende Spektakel wie Afrika! Afrika! locken, Weiße erproben das Gelernte beim Griff in die Haare Schwarzer Menschen, und der studentische Faschingsverein BA-HU Elferrat der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) bewirbt eine Karnevalsfeier mit einem Plakat, das einen über das ganze Gesicht grinsenden „geschwärzten“ Weißen zeigt, ein Plakat, das Weißen verspricht, es würde eine grandiose Party, nämlich genauso flippig, ausgelassen und schamlos gefeiert wie vermeintlich bei Schwarzen: Einmal im Leben Schwarz sein, lustig und ungehemmt, auch als Weißer – wie abgefahren!
Das ist rassistisch. Es ist rassistisch, weil das Plakat auf Stereotype zurückgreift, die von Weißen geschaffen wurden, um Schwarze als einfältig herabzuwürdigen und auf diese Weise eine weiße Identität als rational und überlegen zu erfinden. Das Plakat ist rassistisch, weil es Schwarze entmenschlicht, nämlich aus ihnen Figuren macht, über die Weiße jederzeit verfügen können, um sich und andere Weiße zu bespaßen.
Rassismus ist kein Problem allein von Neonazis. Darauf weisen unzählige WissenschaftlerInnen und politische Initiativen hin – und das keineswegs mit erhobenem Zeigefinger gegen vermeintlich Falschdenkende, sondern aus der selbstkritischen Einsicht heraus, dass Rassismus die Gesellschaft, in der wir leben, durchdringt und damit alle in ihr lebenden Menschen, uns alle, prägt. Eine Einsicht, die nicht nur, aber in ganz besonderem Maße Weiße Menschen dazu einlädt, darüber nachzudenken, warum sie so vehement einfordern, sich auf Kosten von People of Color amüsieren zu dürfen und warum sie so vehement verweigern, in diesem ihrem Spaß von Personen gebremst zu werden, die sich durch diesen Spaß diskriminiert fühlen.
Wir Unterzeichnende arbeiten auf unterschiedliche Weise daran, das Nachwirken kolonialer Bilder insbesondere in Alltagsrassismus deutlich zu machen. Als Weiße und People of Color, als Deutsche und Nicht-Deutsche, die gemeinsam gegen Rassismus kämpfen,
• unterstützen wir den Protest gegen das „Blackface“-Plakat des BA-HU Elferrats,
• fordern wir den BA-HU Elferrat zu einer öffentlichen, selbstkritischen Distanzierung von diesem Plakat (z.B. auf seiner Homepage) auf.
Die Unterzeichner_innen:
• AG postkolonial im Engagierte Wissenschaft e.V., Leipzig
• AfricAvenir International e.V., Berlin
• AfrikanistikForum am Institut für Afrikanistik der Universität Leipzig
• berlin postkolonial e.V.
• Forum für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) im Engagierte Wissenschaft e.V., Leipzig
• frankfurt-postkolonial
• freiburg-postkolonial.de
• ISD-Bund e.V. (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland)
• Kolonialismus im Kasten?, Berlin/Leipzig
• KopfWelten - gegen Rassismus und Intoleranz e.V. / Köln Postkolonial
PS: Wir weisen darauf hin, dass diese Stellungnahme öffentlich erfolgt, und dass wir dieses Schreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Lehre und Aufklärung veröffentlichen werden.

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Interview des ISD Vorstandes

Anlässlich des 25 jährigen Bestehens der ISD hat der Vorstand der ISD folgendes Interview gegeben in dem auf die zurückliegenden Jahre zurückgeblickt wird und eine Ausschau auf die kommenden Jahre gegeben wird. Das ganze Interview als Pressemitteilung - pe-jubilaum_isd.pdf

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Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland feiert 25jähriges Jubiläum

isd-party.jpg

Die Party anlässlich des Jubiläums findet am Samstag,
den 11 Dezember in der Bernsteinbar, Bernstorffstraße 103 in Hamburg statt.

Die Dj’s sind

DJ Ghostscratcher (Lady Soul - Berlin)

Billy Ray Valentine (Dirty HipHop Disco)

DJ ELMANODELA (Mestizo Latin Beats)

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Free Mumia ! Now!

29 Jahre Todestrakt – Freiheit für Mumia jetzt!Seit 29 Jahren sitzt ein Journalist im Todestrakt – weil er gewagt hat, laut zu sagen, was ist.Seit 29 Jahren ist ein Mensch von seinen Angehörigen isoliert – weil Gefangene in seinem Land kaum Rechte haben.

Seit 29 Jahren ist ein Afroamerikaner ständig vom Tod bedroht – weil die Todesstrafe das letzte Mittel einer untergehenden Gesellschaftsordnung ist.
Der Gefangene heisst Mumia Abu-Jamal, der Ort liegt im US Bundesstaat Pennsylvania nahe dem kleinen Ort Waynesburg.
Eine von der Regierung betriebene Gefängnisfabrik produziert dort jährlich ca. 50 Millionen US-$ Profit durch Zwangsarbeit.
Inmitten dieser Fabrik ist ein Hochsicherheitstrakt, in dem knapp 250 Menschen unter weitestgehender Isolation auf das Ende ihres Lebens warten.
In 6m² kleinen Zellen haben sie nur eine einzige Gewissheit: dass sie diese Mauern nicht lebend verlassen werden. Manche von ihnen kennen sogar schon den Tag, an dem sie sterben werden.
In einem Land, in dem 80% der Bevölkerung europäischen Ursprungs sind, leben in den vergessenen Todestrakten der Supermax Gefängnisse überwiegend AfroamerikanerInnen sowie Native Americans, Hispanics oder AsiatInnen.
Gerade mal 34% der Gefangenen entstammen der Bevölkerungsmehrheit. In den Gefängnisfabriken, die über die gesamten USA verteilt sind, sieht es ähnlich aus.
Der Gefängnisindustrielle Komplex ist einer der grössten Binnenwirtschaftszweige der USA. Das Verfügen über nahezu unbezahlte Arbeitskraft war der historische Motor für den Aufbau der nordamerikanischen Kolonien.
Die nach der Gründung der USA auch formal institutionalisierte Sklaverei wurde 1865 offiziell abgeschafft – real existiert sie bis heute in der Gefängnisindustrie weiter.Kein Land der Erde inhaftiert momentan mehr Menschen als die USA, weder prozentual noch nach konkreten Zahlen. Die Todesstrafe als ultimative Bedrohung garantiert dabei das Stillhalten der eingeschüchterten Bevölkerung.Für einen untergeschobenen Polizistenmord wurde Mumia Abu-Jamal zum Tode verurteilt. Real jedoch, weil er konsequent über Rassismus, Polizeigewalt und behördliche Korruption berichtete.
Das macht er bis heute und erreicht damit inzwischen trotz Isolationshaft Millionen Menschen. Er gibt all denen eine Stimme, die in den Medien in der Regel ignoriert werden.Nach jahrzehntelangen erfolgreichen Protesten versucht die Regierung zur Zeit erneut, seine Hinrichtung doch noch durchzusetzen. Politische Justizwillkür kennzeichnete ebenfalls die Verurteilungen von Leonard Peltier für dessen Engagement im American Indian Movement (A.I.M.) sowie den Cuban 5, welche den von US Geheimdiensten gedeckten Terror gegen Cuba verhindern wollten. In den USA sitzen laut Menschenrechtsgruppen momentan weit über 100 Gefangene allein wg. ihrer politischen Anschauungen ein. Anti-Repressionsgruppen gehen sogar von über 4000 aus.Wir wissen um die sterilen Gänge und Zellen, in denen Menschen, deren einzige Schuld es meistens ist, sich keine angemessene Verteidigung leisten zu können, auf ihr gewaltsames Lebensende warten.
Wir wissen um die Kraft, welche Post, Berichte über Solidaritätsproteste oder Haftbesuche in diese sterilen Mauern des Todes tragen.
Wir stehen zusammen mit Mumia Abu-Jamal und allen anderen, die von der Todesstrafe bedroht sind. Kein Staat hat das Recht, Gefangene zu ermorden!

LASST UNS GEMEINSAM AUF DIE STRASSE GEHEN, UM DER VERTRETUNG DER USA KLAR ZU MACHEN, DASS WIR NUR EINE LÖSUNG AKZEPTIEREN WERDEN:

Freiheit für Mumia Abu-Jamal! Freiheit für alle politischen Gefangenen! Abschaffung der Todesstrafe weltweit!
Demonstration – Samstag 11. Dez. I 14:00 Heinrichplatz – Bln X-berg – Abschluss US Botschaft – Brandenburger Tormumia_berlin4.jpg

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NEUN JAHRE SPÄTER …

Der rassistische Staatsmord durch Brechmitteleinsatz an ACHIDI John Öffentliche Gedenkveranstaltung mit Spendenaktionzum 9. Jahrestag der Ermordung von Bruder ACHIDI Samstag, 18. Dezember 2010, 16:00 Uhr Gängeviertel „Fabrik“, Valentinskamp 34a, D-20355 Hamburg Haltestelle: U2 „Gänsemarkt“ Am 9. Dezember 2001 wurde ACHIDI John (19) während einer Zwangsverabreichung von Brechmitteln von Polizisten und einer Ärztin und Uni-Professorin getötet. Alle Bemühungen der Black Community, der Familie der Ermordeten, sowie antirassistischer Gruppen die Wahrheit über die Umstände dieses Mordes zu erfahren, die verantwortlichen Polizeibeamten und die Uni-Professorin vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen, und Gerechtigkeit und Reparationen für den getöteten Achidi und seine Familie zu bekommen, sind bis jetzt von der hamburgischen Behörde und Justiz ignoriert bzw. zurückgewiesen worden. ReferentInnen, KünstlerInnen und andere Mitwirkende:

  • Mouctar BAH, Vorsitzende der Oury Jalloh Initiative in Dessau u. Berlin
  • Sylvie NGESADILA LUAWADIO, Schwester von Dominique KOUMADIO (am 14. April 2006 in Dortmund durch Polizisten erchossen)
  • Valérie BRUNNER, Freundin der Familie KOUMADIO
  • Gabriele HEINECKE, Anwältin der Familie Achidis

KünstlerInnen, u.a.:Schwester Latoya MANLY-SPAIN; Rising Thoughts (Schwester Mbala ANABA /Schwester Akosua ELISHA); Schwester Carmen „Carmolina“ DALOMBA; Bruder Short LORD; Bruder Mestre Paulo SIQUEIRA

staatsmord-achidi_9years-later_gedenken-und-spendenaktion.pdf