Diesen Eintrag drucken

ISD Soli-Party in Berlin

25-years-of-isd_party_berlin.jpg

Diesen Eintrag drucken

OPENING PARTY - Black History Month - Hamburg 2011

174720_146317265423962_7383101_s-1.jpg

Samstag, 29. Januar um 22:00 - 30. Januar um 05:00
Café Schöne Aussichten
Gorch Fock Wall 4, S-Bahn Dammtor / U1 Stephansplatz
Hamburg, Germany
BLACK HISTORY MONTH is coming up !
15 years of BHM in Hamburg !

BHM community, supporters and friends
- let’s get together again !

Diesen Eintrag drucken

Akulturationsstress von Migrant_innen

„Viele Migranten fühlen sich deutsch, sind in Deutschland aufgewachsen, werden aber nicht als Deutsche angenommen. Darüber hinaus stellt sich die Frage: Spielt die Herkunft eine Rolle im Beruf?“ Die Autorin (Soziologin, ehemals VIVA zwei Moderatorin) untersucht diese Frage anhand von berufsbiographischen Erlebnissen von in Deutschland verorteten Akademikern mit europäischem und afrikanischem Migrationshintergrund, die sie in Tiefeninterviews zusammengetragen hat. Erfahrungen in Kindheit, Schule und Beruf zeigen laut Madubuko, einerseits Akzeptanz aber auch, mit welchen Ressentiments Migranten leben und welche Strategien sie zur Bewältigung des Akkulturationsstresses entwickelt haben. Wichtigste berufliche Strategie sind Mehrarbeit und sich keinerlei Fehler zu leisten, da diese vom deutschen Umfeld auf die Herkunft bezogen würden. Herkunftsbezogene Ablehnung hätte sich u.a in Zweifeln an der Kompetenz oder Benachteiligungen in Beförderung und Entlohnung ausgedrückt. Die Studie zeigt die täglichen Bemühungen einer Migrantengeneration in Deutschland akzeptiert zu werden.

buch.jpg

Näheres  zur Biographie der Autorin Dr. Nkechi Madubuko und Bestellung von Rezensionsexemplaren
unter www.nkechi.madubuko.de

Diesen Eintrag drucken

Tod in der Zelle - Info-Abend zum Jalloh-Prozess am 28.01.2011

plakat-soli-event-o-j.jpg

Diesen Eintrag drucken

Pressemitteilung der Internationalen Liga für Menschenrechte

Liga ruft zur Beobachtung der Neuverhandlung auf und fordert rückhaltlose Aufklärung der Todesumstände:
“Angehörige von Oury Jalloh haben Recht auf rechtsstaatliches Verfahren, das ihnen bislang verwehrt worden ist.”

Am Mittwoch, 12. Januar 2011, 9:30 Uhr, Saal A 23, ist Prozessauftakt im Revisionsverfahren gegen einen Polizeibeamten, der sich für den Verbrennungstod des Asylbewerbers Oury Jalloh im Dessauer Polizeigewahrsam vor sechs Jahren verantworten muss. Der Prozess wird von bundesdeutschen und internationalen Menschenrechtsgruppen und Juristen beobachtet.

Dieses erneute Verfahren ist möglich geworden, weil der Bundesgerichtshof (BGH) Anfang letzten Jahres in der Revision das freisprechende Urteil der ersten Instanz vor dem Landgericht Dessau aufgehoben und eine Neuverhandlung anberaumt hatte. Die Liga wertete diese Entscheidung als einen großen Erfolg all jener, die sich beharrlich für ein rechtsstaatliches Verfahren und für die Aufklärung dieses tragischen Todes eines Asylsuchenden im Polizeigewahrsam einsetzen. Dazu gehören in erster Linie die Initiative zum Gedenken an Oury Jalloh und Mouctar Bah, den die Liga für sein Engagement, den Verbrennungstod seines Freundes aufzuklären, mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille 2009 ausgezeichnet hat. Die ermutigende Entscheidung des BGH eröffnet nun die späte Chance, dass die Todesursache doch noch aufgeklärt und die polizeiliche Verantwortung für den Tod in der Polizeizelle Nr. 5 offen gelegt wird.

Jetzt muss die Chance vor dem Landgericht Magdeburg genutzt werden, auf Grundlage der BGH-Entscheidung und ohne Tabus die Umstände, die zum Tod von Oury Jalloh im Polizeigewahrsam führten, rückhaltlos aufzuklären – soll sich der Polizeiskandal nicht zu einem Skandal des Rechtsstaates auswachsen. Mit seiner Entscheidung sagte der BGH in aller Klarheit: Die Angehörigen von Oury Jalloh haben ein Recht auf ein rechtsstaatliches Verfahren - das ihnen bislang, so das BGH-Urteil, verwehrt worden ist. Im Dessauer Verfahren war die justizielle Aufklärung jedenfalls gescheitert. Die entscheidenden Fragen, wer die Matratze entgezündet hatte, auf der Oury Jalloh an Händen und Füßen fixiert war, wie der Brand entstehen und sich entwickeln konnte, blieben am Ende des ersten Prozesses ungeklärt - nach 22 Monaten Prozessdauer, trotz aufwändiger Brandversuchsanordnungen und Sachverständigen-Gutachten.

Das Dessauer Gerichtsverfahren war von Anfang an und insgesamt geprägt von Ungereimtheiten und Schlampereien, auffälligen Gedächtnislücken und Lügen, Widersprüchen und Vertuschungen, verschwundenen Beweisstücken und unterlassenen Ermittlungen. Die Aufklärung der organisierten Verantwortungslosigkeit auf dem Dessauer Polizeirevier scheiterte letztlich am aufklärungsresistenten Korpsgeist der Polizeizeugen und an einer Fülle von Ermittlungspannen. Zum Schluss blieb nur noch festzustellen: An Oury Jallohs Todestag war in der Polizeizelle Nummer 5 im Dessauer Polizeirevier fast alles möglich.

Das Strafverfahren vor dem Landgericht Dessau ist aber nicht allein an einer “Mauer des Schweigens” auf Seiten der Polizei gescheitert; auch das Gericht hat bei der Aufklärung dieser Tragödie versagt. So mit der rätselhaften und bis zuletzt unbewiesenen Grundannahme von Staatsanwaltschaft und Landgericht, Oury Jalloh habe sich selbst angezündet – praktisch in „Obhut“ und unter den Augen der Polizei, trotz Totalfesselung und des alkoholisierten Zustands von Oury Jalloh, trotz Kontrollgängen, Gegensprechanlage und Alarmsystem. Jedenfalls hat die Festlegung auf die Selbstentzündungsfiktion bislang die Option verbaut, auch andere Ursachen für das Entstehen des Feuers zu überprüfen. Immerhin gibt es diverse Indizien, die auf ein Verschulden Dritter hindeuten könnten. Die Frage lautet nach wie vor: War es ein Unglück — oder gab es, wie Gabriele Heinecke, die Rechtsanwältin von Oury Jallohs Mutter, formuliert, „einen Vorsatz, einen Menschen zu töten?“

Der BGH hat in seinem Revisionsurteil wichtige Vorgaben für die Neuauflage des Verfahrens vor dem Landgericht Magdeburg geliefert, indem er die prekären Kernbereiche des Dessauer Verfahrens und des ersten Urteils benannt hat. Über die justizielle Aufklärung hinaus muss es aber nach Auffassung der Liga im Interesse der Rechtsstaatlichkeit auch darum gehen, die Mentalitäten, Strukturen und Missstände im Polizeiapparat endlich zu überwinden, die zu institutionellem Rassismus und immer wieder zu nicht aufgeklärten Fällen tödlicher Polizeigewalt führen.

Weitere Informationen unter: http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/

Prozesstermine/Adressen/Kontakte/Hinweise u.a.:

21 Ks 141 Js 13260/10 (8/10) – 1. große Strafkammer

Strafprozess um den Tod von Oury Jalloh beginnt
am Mittwoch, 12. Januar 2011, 9.30 Uhr, im Landgericht Magdeburg, Saal A 23,
Adresse: Halberstädter Str. 8, 39112 Magdeburg.
***
Mahnwache in Magdeburg zum Beginn des Prozesses am 12.01.11, 9:00 h,
vor dem Landgericht Magdeburg, Halberstädter Str. 8.
***
Am 12.01.2011 findet eine Pressekonferenz der INITIATIVE IN GEDENKEN AN OURY JALLOH
vor dem Landgericht Magdeburg nach der ersten Verhandlungspause statt
http://initiativeouryjalloh.wordpress.com/

Original siehe pdf - pm-lg-magdeburg-eroffng-1-2011-nf1.pdf

Diesen Eintrag drucken

Oury Jalloh - Prozeßbeginn am 12. Januar in Magdeburg

Am 07.01.2005 verbrannte Oury Jalloh im Polizeigewahrsam. Gefesselt an einer feuerfesten Matratze soll er das Feuer selbst gelegt haben. Doch zahlreiche Indizien sprechen gegen diese Version: ein gebrochenes Nasenbein, eine verschwundene Videoaufzeichnung, ein erst nachträglich aufgefundenes Feuerzeug, eine verdächtige Flüssigkeit und das Ausschalten des Feueralarms in der Nacht. Der erste Prozess in Dessau war eine Farce, die beiden angeklagten Polizeibeamten wurden freigesprochen. In seiner Urteilsbegründung räumte der Vorsitzende Richter Steinhoff damals ein, daß die Verhandlung “trotz aller Bemühungen schlicht und ergreifend gescheitert” sei. Angesichts des Schweigens, der Lügen und Vertuschungen der befragten Polizeizeugen habe das Gericht keine Chance gehabt, den Fall aufzuklären. Nun wird in nächster Instanz verhandelt. Der Prozess gegen den verbliebenen Polizeibeamten Schubert beginnt am 12. Januar um 9.30 Uhr im Magdeburger Landgericht. Eine Mahnwache ist von 9 bis 16 Uhr angemeldet.
Am Todestag von Oury Jalloh demonstrierten auch in diesem Jahr etwa 150-200 Menschen durch Dessau. Sie forderten Aufklärung und Gerechtigkeit und eine Anklage gegen die verantwortlichen Polizeibeamten wegen Mordes. Mit mitgetragenen Särgen erinnerten sie an die Namen weiterer Todesopfer rassistischer Gewalt: Dominique Koumadio, Halim Dener, Markus Omafuma, Mohammad Selah, Arumugasamy Subramaniam

Weiter Prozesstermine als PDF - prozestermine_magdeburg.pdf

ohne-titel.jpg

Diesen Eintrag drucken

Karnevalsverein setzt weiterhin auf Rassismus

20.12.2010, FRANKFURT. Trotz anhaltender Kritik will der Frankfurter Karnevalsverein „Die Kameruner“ erneut eine „Negersitzung“ durchführen. Antirassistische Initiativen wenden sich gegen die exotistischen und rassistischen Praktiken des Vereins: „Es ist ein Skandal, dass Stadt und Kirche diesem Verein eine Plattform für seine entwürdigenden und diskriminierenden ‚Feste‘ bereitstellen!“

Gemeinsame Pressemitteilung antirassistischer Initiativen aus Frankfurt - pressemitteilung-kameruner.pdf

Diesen Eintrag drucken

Ein Interview das auch heute noch so stattfinden könnte…

denn auch in diesem Interview mit El Hajj Malik el-Shabazz (Malcolm X) zeigt sich wie notwendig die Definitionshoheit ist, die mit dem Recht auf Selbstbestimmung einhergeht.

Darüberhinaus wird deutlich wie wichtig es ist zu zeigen wer kompetent ist über Rassismus und seine Folgen zu reden bzw. zu analysieren und wer nicht..

aber seht selbst

Diesen Eintrag drucken

Ausser Spesen nichts gewesen…

LESERBRIEF
Ortstermin: Negerprinzessin/Der Spiegel 51/2010

Außer Spesen nichts gewesen …

Schüler_innen, die im Unterricht nicht mitkommen und die eigene
Inkompetenz dann blasiert als Langeweile umdefinieren, mokieren sich
dann währenddessen auch gerne über die Frisur der Lehrerin oder die
Sockenfarbe des Lehrers oder sie doodeln oder schreiben SMS….

Spiegelleser_innen, die den aktuellen Spiegel-Ortstermin zu einer
Veranstaltung der Berliner Werkstatt der Kulturen zum Thema >Playing
in the Dark. Das sagt man nicht. Diskriminierende Sprach in Politik,
Medien und Alltag< gelesen haben, wissen nun also dank dem Spiegel,
was Michel "Piranha" Friedmann alles so mit einem Kugelschreiber
anstellen kann während er eine Wortveranstaltung moderiert -
inhaltlich erfahren sie nichts von Relevanz.

Bedauerlich, dass ein deutsches Leitmedium, das ja selbst im
Wortgeschäft ist, sich so gar nicht mit Sprache und seiner eigenen
Verstrickung in hegemonialen Benennungspraxen beschäftigen mag.

Der Spiegel - ein einflussreiches Magazin also, deren
Mitarbeiter_innen nicht wissen (wollen), dass Rassismus ein
jahrhundertealtes weißes europäisches Projekt ist, das
pseudowissenschaftlich untermauert wurde - und das den
Versklavungshandel, den Kolonialismus, den millionenfachen Genozid an
Nicht-Weißen in den Amerikas, Australien, Afrika und Teilen Asiens
sowie die Shoah gebar - ein Projekt somit, das sich sowohl in heutigen
politischen und ökonomischen Strukturen wie eben auch in Sprache
manifestiert.

Und dann wird noch "so richtig schön nicht-pc" mit >Negerprinzessin<
getitelt, weil nicht verstanden wird, dass >Pippi im Taka-Tuka Land<
in deutschen Kinderzimmern immer wieder aufs neue eine koloniale
Unterwerfungsfantasie zelebriert. Und warum weiß das keiner beim
Spiegel - und warum schmunzeln da die Redakteure? - Weil sie nicht
realisiert haben, dass sie mehrheitlichst weiß sozialisiert sind und
eben aus dieser höchst relevanten - jedoch diskursiv unsichtbar
gemachten - Perspektive des Weißseins die Welt betrachten und
beschreiben, sich aber als vermeintlich objektive Beobachter am
Spielfeldrand der Sprachpolitik gerieren, während sie doch in
Wirklichkeit als Spieler mitten im Getümmel sind - der Beitrag von
Herrn Scheuermann demonstriert das aufs Klarste. Die Reisekosten von
Hamburg nach Berlin hätten Sie getrost einsparen können.

Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich
geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle
Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Lehre und Aufklärung
veröffentlichen werde.

Nadja Ofuatey-Alazard

Diesen Eintrag drucken

Rassismus ist kein Karnevalsspaß: Stellungnahme zum Blackface-Werbeplakat des Ba-Hu-Elferrats

Der “akademische Faschingsverein” “Ba Hu Elferrat” an der HTWK Leipzig bewarb vor wenigen Wochen eine Karnevalsveranstaltung mit “Blackface”-Plakaten und -Flyern, auf denen der Auftritt eines schwarz angemalten Weißen angekündigt war. Dazu veröffentlicht die AG postkolonial folgende kritische Stellungnahme:
Kolonialismus war nicht nur ein Unternehmen von Staatsmännern, und Kolonialismus hinterließ seine Spuren nicht nur „in Übersee“. Kolonialismus prägte auch Alltag und Kultur in Europa und Deutschland selbst auf wesentliche Weise. Leipzig war davon keineswegs ausgenommen: In Leipziger Buchhandlungen und Stadtbibliotheken wurden koloniale Romane von BürgerInnen wie ArbeiterInnen gleichermaßen nachgefragt; Kaffee, Kakao und Gewürze aus den Kolonien ließen LeipzigerInnen in Kolonialwarenläden und Caféhäuser einkehren – der Elefantenkopf an der Fassade des Riquet Café bezeugt diese Verbindung bis heute; und sogenannte Völkerschauen, in denen BewohnerInnen der Kolonien zur Schau gestellt wurden, waren um 1900 so erfolgreich und lukrativ, dass der Leipziger Zoo es sich leistete, für deren Darbietung eine eigene Bühne bauen zu lassen. Bis 1931 fanden dort etwa 40 solcher Darbietungen statt.
Dies sind nur einige der unzähligen Beispiele dafür, wie stark deutscher Alltag, deutsche Populärkultur und damit die deutsche Gesellschaft von Kolonialismus durchdrungen war. Diese Popkultur war keineswegs unschuldig: Sie war verknüpft mit dem kolonialen Projekt der wirtschaftlichen und politischen Ausbeutung. Kein Wunder also, dass die Ausstattung von Caféhäusern, der Plot von Kolonialromanen sowie Völkerschauen Bilder transportierten, die das koloniale Projekt stützten: Ein Elefantenkopf und in Holz geschlagene schwarze Diener, die eintretende Gäste begrüßen; Geschichten von undurchdringlicher, finsterer Wildnis, Menschenfressern und weißen Helden; Spektakel mit Tänzen und Trommeln – diese Bilder erfanden „den unzivilisierten Schwarzen“ und „den zivilisierten Weißen“. Sie lehrten die deutsche Gesellschaft, dass „der Schwarze“ verfügbar sei: als Arbeitskraft und als Objekt, das schamlos angeglotzt, angefasst und belacht werden dürfe.
Diese Lektion und diese Bilder haben bis heute überlebt: Konsumgüter-, Tourismus- und Showindustrie schöpfen aus ihnen, wenn sie mit „Mohren“ werben und in exotisierende Spektakel wie Afrika! Afrika! locken, Weiße erproben das Gelernte beim Griff in die Haare Schwarzer Menschen, und der studentische Faschingsverein BA-HU Elferrat der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) bewirbt eine Karnevalsfeier mit einem Plakat, das einen über das ganze Gesicht grinsenden „geschwärzten“ Weißen zeigt, ein Plakat, das Weißen verspricht, es würde eine grandiose Party, nämlich genauso flippig, ausgelassen und schamlos gefeiert wie vermeintlich bei Schwarzen: Einmal im Leben Schwarz sein, lustig und ungehemmt, auch als Weißer – wie abgefahren!
Das ist rassistisch. Es ist rassistisch, weil das Plakat auf Stereotype zurückgreift, die von Weißen geschaffen wurden, um Schwarze als einfältig herabzuwürdigen und auf diese Weise eine weiße Identität als rational und überlegen zu erfinden. Das Plakat ist rassistisch, weil es Schwarze entmenschlicht, nämlich aus ihnen Figuren macht, über die Weiße jederzeit verfügen können, um sich und andere Weiße zu bespaßen.
Rassismus ist kein Problem allein von Neonazis. Darauf weisen unzählige WissenschaftlerInnen und politische Initiativen hin – und das keineswegs mit erhobenem Zeigefinger gegen vermeintlich Falschdenkende, sondern aus der selbstkritischen Einsicht heraus, dass Rassismus die Gesellschaft, in der wir leben, durchdringt und damit alle in ihr lebenden Menschen, uns alle, prägt. Eine Einsicht, die nicht nur, aber in ganz besonderem Maße Weiße Menschen dazu einlädt, darüber nachzudenken, warum sie so vehement einfordern, sich auf Kosten von People of Color amüsieren zu dürfen und warum sie so vehement verweigern, in diesem ihrem Spaß von Personen gebremst zu werden, die sich durch diesen Spaß diskriminiert fühlen.
Wir Unterzeichnende arbeiten auf unterschiedliche Weise daran, das Nachwirken kolonialer Bilder insbesondere in Alltagsrassismus deutlich zu machen. Als Weiße und People of Color, als Deutsche und Nicht-Deutsche, die gemeinsam gegen Rassismus kämpfen,
• unterstützen wir den Protest gegen das „Blackface“-Plakat des BA-HU Elferrats,
• fordern wir den BA-HU Elferrat zu einer öffentlichen, selbstkritischen Distanzierung von diesem Plakat (z.B. auf seiner Homepage) auf.
Die Unterzeichner_innen:
• AG postkolonial im Engagierte Wissenschaft e.V., Leipzig
• AfricAvenir International e.V., Berlin
• AfrikanistikForum am Institut für Afrikanistik der Universität Leipzig
• berlin postkolonial e.V.
• Forum für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) im Engagierte Wissenschaft e.V., Leipzig
• frankfurt-postkolonial
• freiburg-postkolonial.de
• ISD-Bund e.V. (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland)
• Kolonialismus im Kasten?, Berlin/Leipzig
• KopfWelten - gegen Rassismus und Intoleranz e.V. / Köln Postkolonial
PS: Wir weisen darauf hin, dass diese Stellungnahme öffentlich erfolgt, und dass wir dieses Schreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Lehre und Aufklärung veröffentlichen werden.

Diesen Eintrag drucken

Interview des ISD Vorstandes

Anlässlich des 25 jährigen Bestehens der ISD hat der Vorstand der ISD folgendes Interview gegeben in dem auf die zurückliegenden Jahre zurückgeblickt wird und eine Ausschau auf die kommenden Jahre gegeben wird. Das ganze Interview als Pressemitteilung - pe-jubilaum_isd.pdf

Diesen Eintrag drucken

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland feiert 25jähriges Jubiläum

isd-party.jpg

Die Party anlässlich des Jubiläums findet am Samstag,
den 11 Dezember in der Bernsteinbar, Bernstorffstraße 103 in Hamburg statt.

Die Dj’s sind

DJ Ghostscratcher (Lady Soul - Berlin)

Billy Ray Valentine (Dirty HipHop Disco)

DJ ELMANODELA (Mestizo Latin Beats)

Diesen Eintrag drucken

Free Mumia ! Now!

29 Jahre Todestrakt – Freiheit für Mumia jetzt!Seit 29 Jahren sitzt ein Journalist im Todestrakt – weil er gewagt hat, laut zu sagen, was ist.Seit 29 Jahren ist ein Mensch von seinen Angehörigen isoliert – weil Gefangene in seinem Land kaum Rechte haben.

Seit 29 Jahren ist ein Afroamerikaner ständig vom Tod bedroht – weil die Todesstrafe das letzte Mittel einer untergehenden Gesellschaftsordnung ist.
Der Gefangene heisst Mumia Abu-Jamal, der Ort liegt im US Bundesstaat Pennsylvania nahe dem kleinen Ort Waynesburg.
Eine von der Regierung betriebene Gefängnisfabrik produziert dort jährlich ca. 50 Millionen US-$ Profit durch Zwangsarbeit.
Inmitten dieser Fabrik ist ein Hochsicherheitstrakt, in dem knapp 250 Menschen unter weitestgehender Isolation auf das Ende ihres Lebens warten.
In 6m² kleinen Zellen haben sie nur eine einzige Gewissheit: dass sie diese Mauern nicht lebend verlassen werden. Manche von ihnen kennen sogar schon den Tag, an dem sie sterben werden.
In einem Land, in dem 80% der Bevölkerung europäischen Ursprungs sind, leben in den vergessenen Todestrakten der Supermax Gefängnisse überwiegend AfroamerikanerInnen sowie Native Americans, Hispanics oder AsiatInnen.
Gerade mal 34% der Gefangenen entstammen der Bevölkerungsmehrheit. In den Gefängnisfabriken, die über die gesamten USA verteilt sind, sieht es ähnlich aus.
Der Gefängnisindustrielle Komplex ist einer der grössten Binnenwirtschaftszweige der USA. Das Verfügen über nahezu unbezahlte Arbeitskraft war der historische Motor für den Aufbau der nordamerikanischen Kolonien.
Die nach der Gründung der USA auch formal institutionalisierte Sklaverei wurde 1865 offiziell abgeschafft – real existiert sie bis heute in der Gefängnisindustrie weiter.Kein Land der Erde inhaftiert momentan mehr Menschen als die USA, weder prozentual noch nach konkreten Zahlen. Die Todesstrafe als ultimative Bedrohung garantiert dabei das Stillhalten der eingeschüchterten Bevölkerung.Für einen untergeschobenen Polizistenmord wurde Mumia Abu-Jamal zum Tode verurteilt. Real jedoch, weil er konsequent über Rassismus, Polizeigewalt und behördliche Korruption berichtete.
Das macht er bis heute und erreicht damit inzwischen trotz Isolationshaft Millionen Menschen. Er gibt all denen eine Stimme, die in den Medien in der Regel ignoriert werden.Nach jahrzehntelangen erfolgreichen Protesten versucht die Regierung zur Zeit erneut, seine Hinrichtung doch noch durchzusetzen. Politische Justizwillkür kennzeichnete ebenfalls die Verurteilungen von Leonard Peltier für dessen Engagement im American Indian Movement (A.I.M.) sowie den Cuban 5, welche den von US Geheimdiensten gedeckten Terror gegen Cuba verhindern wollten. In den USA sitzen laut Menschenrechtsgruppen momentan weit über 100 Gefangene allein wg. ihrer politischen Anschauungen ein. Anti-Repressionsgruppen gehen sogar von über 4000 aus.Wir wissen um die sterilen Gänge und Zellen, in denen Menschen, deren einzige Schuld es meistens ist, sich keine angemessene Verteidigung leisten zu können, auf ihr gewaltsames Lebensende warten.
Wir wissen um die Kraft, welche Post, Berichte über Solidaritätsproteste oder Haftbesuche in diese sterilen Mauern des Todes tragen.
Wir stehen zusammen mit Mumia Abu-Jamal und allen anderen, die von der Todesstrafe bedroht sind. Kein Staat hat das Recht, Gefangene zu ermorden!

LASST UNS GEMEINSAM AUF DIE STRASSE GEHEN, UM DER VERTRETUNG DER USA KLAR ZU MACHEN, DASS WIR NUR EINE LÖSUNG AKZEPTIEREN WERDEN:

Freiheit für Mumia Abu-Jamal! Freiheit für alle politischen Gefangenen! Abschaffung der Todesstrafe weltweit!
Demonstration – Samstag 11. Dez. I 14:00 Heinrichplatz – Bln X-berg – Abschluss US Botschaft – Brandenburger Tormumia_berlin4.jpg

Diesen Eintrag drucken

NEUN JAHRE SPÄTER …

Der rassistische Staatsmord durch Brechmitteleinsatz an ACHIDI John Öffentliche Gedenkveranstaltung mit Spendenaktionzum 9. Jahrestag der Ermordung von Bruder ACHIDI Samstag, 18. Dezember 2010, 16:00 Uhr Gängeviertel „Fabrik“, Valentinskamp 34a, D-20355 Hamburg Haltestelle: U2 „Gänsemarkt“ Am 9. Dezember 2001 wurde ACHIDI John (19) während einer Zwangsverabreichung von Brechmitteln von Polizisten und einer Ärztin und Uni-Professorin getötet. Alle Bemühungen der Black Community, der Familie der Ermordeten, sowie antirassistischer Gruppen die Wahrheit über die Umstände dieses Mordes zu erfahren, die verantwortlichen Polizeibeamten und die Uni-Professorin vor Gericht zur Rechenschaft zu ziehen, und Gerechtigkeit und Reparationen für den getöteten Achidi und seine Familie zu bekommen, sind bis jetzt von der hamburgischen Behörde und Justiz ignoriert bzw. zurückgewiesen worden. ReferentInnen, KünstlerInnen und andere Mitwirkende:

  • Mouctar BAH, Vorsitzende der Oury Jalloh Initiative in Dessau u. Berlin
  • Sylvie NGESADILA LUAWADIO, Schwester von Dominique KOUMADIO (am 14. April 2006 in Dortmund durch Polizisten erchossen)
  • Valérie BRUNNER, Freundin der Familie KOUMADIO
  • Gabriele HEINECKE, Anwältin der Familie Achidis

KünstlerInnen, u.a.:Schwester Latoya MANLY-SPAIN; Rising Thoughts (Schwester Mbala ANABA /Schwester Akosua ELISHA); Schwester Carmen „Carmolina“ DALOMBA; Bruder Short LORD; Bruder Mestre Paulo SIQUEIRA

staatsmord-achidi_9years-later_gedenken-und-spendenaktion.pdf

Diesen Eintrag drucken

Lesetour mit ManuEla Ritz – Winter 2010 „Die Farbe meiner Haut. Die Anti-Rassismus-Trainerin erzählt“

ManuEla Ritz arbeitet seit 10 Jahren als freiberufliche Trainerin für Empowerment und leitet
Workshops, die sich gegen Rassismus und Adultismus richten.
Ihre Biographie „Die Farbe meiner Haut.
Die Anti-Rassismus-Trainerin erzählt,“ erschien im April
2009 im Herder Verlag.
ManuEla Ritz beschreibt darin deutschen Alltagsrassismus und Strategien,
sich dagegen erfolgreich zur Wehr zu setzen.
Im Dezember 2010 findet die dritte Lesetour der Autorin durch die folgenden Städte statt:

Donnerstag, 2. 12. Stuttgart, 19 Uhr
Stiftung Geißstraße 7
Geißstraße 7
70173 Stuttgart
www.geissstrasse.de

Freitag, 3. 12. Ludwigshafen, 10:30 Uhr
Jugendamt der Stadt Ludwigshafen, 7.OG
Westendstr. 17
67059 Ludwigshafen am Rhein

Samstag, 4.12. Heidelberg, 16 Uhr
Timbuktu - Afrikanische Kunst und Kultur
Römerstraße 66
69115 Heidelberg
http://www.books-on-african-studies.com

Sonntag, 5.12 Mannheim, 15 Uhr
Workshop und Lesung zu den Themen
Rassismus und Adultismus
Mehrgenerationenhaus Mannheim
Alphornstraße 2a
68169 Mannheim
mannheim@verband-binationaler.de

Montag, 6.12. Esslingen, 20 Uhr
Kabarett der Galgenstricke
Webergasse 9
73728 Esslingen
http://www.frauenhaus-esslingen.de

image.png

Diesen Eintrag drucken

Reslution - freedom roads! - Vom Umgang mit kolonialen Straßennamen: Praxis und Visionen

Die Stadtlandschaften Europas und Deutschlands sind geprägt von Spuren der Kolonialvergangenheit und Relikten kolonial-rassistischer Ideologie. Straßennamen vergegenwärtigen den ehemaligen „Kolonialbesitz“, erinnern an einst beanspruchte Regionen, Orte und Ressourcen oder tragen Bezeichnungen, die Schwarze Menschen diskriminieren. Selbst koloniale Akteure werden bis heute unkommentiert mit Straßennamen und Denkmälern geehrt, „durch die Kolonialisten noch immer glorifiziert und Kolonialisierte weiterhin gedemütigt werden“ (May Ayim). Diese Ehrungen sind mit der Würde des Menschen und dem demokratischen Selbstverständnis unserer Gesellschaft nicht vereinbar.Öffentliche und interkulturelle Debatte über den europäischen Kolonialismus und seine schwerwiegenden materiellen, kulturellen und geistigen Folgen ist überfällig. Ohne eine solche Kultur des Erinnerns kann weder das wirtschaftliche und politische Ungleichgewicht der Staaten des Südens und des Nordens noch der anhaltende Rassismus in unserer Gesellschaft verstanden und überwunden werden. Angeregt vor allem auch durch die Kritik afrikanischer und afrodeutscher Menschen haben sich seit den späten 1990er Jahren mehr und mehr Initiativenfür die Umbenennung von Straßen engagiert, deren Namen koloniale Akteure ehren. Heute betreiben zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen und Universitätsprojekte die Erforschung (post)kolonialer Stadträume.

may_ayim_ufer.jpg

Die Resolution als PDF zum runter laden und ausdrucken resolution03102010.pdf

Diesen Eintrag drucken

ISD Jubiläumsvideo-klick the pic

jubilaum.jpg

Diesen Eintrag drucken

Offener Brief an Alice Schwarzer

Offener Brief an Alice Schwarzer von der Pfarrerin Dr. Sabine Plonz anlässlich der Fernsehsendung „Menschen bei Maischberger“ mit Alice Schwarzer, Zehra Yilmaz und anderen am 12.10.2010 in der ARD.
Sehr geehrte Frau Schwarzer,als politisch engagierte Bürgerin, die den Aufbruch der zweiten Frauenbewegung als Schülerin erlebte, habe ich großen Respekt vor Ihrer historischen Leistung – zumal mir in den letzten Jahren die große Mühsal früherer Frauengenerationen im Kampf um die heute erlangten Rechte sehr bewusst geworden ist. Als sozialwissenschaftlich kompetente Theologin, als Wissenschaftlerin und Beschäftige der evangelischen Kirche kann ich Ihrer Auffassung, dass „wir“ hierzulande völlige Gleichheit von Frauen und Männern hätten und alles in schönster Ordnung sei, keineswegs zustimmen. Diese Meinung äußerten Sie in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ am 12.10.2010, auf die ich mich im Folgenden kritisch beziehe. Ich würde diesen offenen Brief nicht schreiben, wenn es mir nur um eine andere politische Einschätzung zur Gleichberechtigung von Frauen ginge. Sie haben diese Darstellung aber als leuchtendes Vorbild genutzt, vor dem sich umso dunkler die Lage von Frauen anderer Länder abzeichnen sollte, die nicht zur westlichen Hemisphäre gehören. Was mich zum Widerspruch treibt, sind Ihre Aussagen und Ihr Diskussionsverhalten in der erwähnten Sendung im Allgemeinen und konkret im Gegenüber – vom Miteinander kann frau hier nicht sprechen – zur muslimischen Repräsentantin Zehra Yilmaz aus Duisburg. Ihr belehrendes, raumgreifendes und ständig die andere Frau unterbrechendes Auftreten ließ Dialogbereitschaft vermissen. Ihre sachlichen und sprachlichen Flüchtigkeitsfehler (Koran vor 600 Jahren geschrieben; „islamistisches Kopftuch“ … ), die schon einer Anfängerin des Islamdialogs auffallen, sind Ausdruck einer oberflächigen und abschätzigen Wahrnehmung Ihres Diskussionsgegenstandes.

Den ganzen Brief als PDF - offener-brief-an-a-schwarzer.pdf

Diesen Eintrag drucken

Oury Jalloh - Prozess in Magdeburg verschoben

ouryjalloh.jpg

Die Initiative in Gedenken an Oury Jallo hat, anlässlich der Verschiebung des Prozess gegen die Polizisten, die im Zusammenhang mit dem ungeklärten Tod von Oury Jalloh angeklagt sind, folgende Pressemitteilung veröffentlicht .Die ganze PM hier pm_verschiebung_21_10_2010.pdf

Diesen Eintrag drucken

Homestory Deutschland - Schwarze Biografien in Geschichte und Gegenwart

Homestory Deutschland ist ein kollektives Selbstportrait. Es greift afrikanische, afrikanisch amerikanische und Schwarze deutsche Erinnerungstraditionen auf, in denen der mündlichen und schriftlichen Weitergabe von gelebter Erfahrung eine maßgebliche Rolle zukommt. Schwarze Perspektiven und Reflexionen, Beiträge und Verdienste erfahren dabei als Quelle eines vielstimmigen und gemeinschaftlichen Wissens eine besondere Würdigung. Mit der Zusammenschau von siebenundzwanzig visuell aufbereiteten Biografien Schwarzer Männer und Frauen aus drei Jahrhunderten lässt sich einerseits exemplarisch erhellen, in welcher Weise sich gesellschaftliche und damit systemische Rahmenbedingungen in einzelne Lebensgeschichten einschreiben und diese formen und prägen. Andererseits wird es möglich, individuelle Verhandlungen und Entscheidungsfähigkeiten nachzuvollziehen und den ihnen innewohnenden aktiven und bewussten Gestaltungswillen hervortreten zu lassen, der die stete und oftmals mühsame Auseinandersetzung mit der weißen Mehrheitsgesellschaft eindrucksvoll bezeugt.

totale_1.jpg

Die stereotype rassistische Wahrnehmung von Menschen afrikanischer Herkunft ist – auch wenn sich viele dessen nicht bewusst sind – nachhaltig von Blick-Verhältnissen definiert, die in kolonialen Traditionen wurzeln. Vor diesem Hintergrund eröffnen die von den portraitierten Personen artikulierten Positionen, Erkenntnisse und Selbstsichten einen Repräsentationsraum, in dem sich diese Blick-Verhältnisse radikal umkehren. Die Zusammenführung einer Vielzahl von Einzelstimmen bricht darüber hinaus die in Schwarzen Lebenswelten häufig anzutreffende Vereinzelung und eröffnet eine kollektive Dimension, in der das Vermächtnis Schwarzer Menschen auf zwar verdrängte, jedoch kontinuierliche und seit jeher vielschichtige und verwobene Präsenzen verweist. Auf Geschichten hinter der Geschichte.

back3.jpg

Die Ausstellung wird ab 1.12.2010 im Kreishaus Wildeshausen/Oldenburg (Kreishaus, Delmenhorster Str. 6) zu sehen sein.
Das Rahmenprogramm flyer-homestory-deutschland.pdf

Ausstellungskonzept konzept_kurzfassung.pdfkonzept_kurzfassung.pdf

Diesen Eintrag drucken

25 Jahre und lange nicht genug

Hallo Schwestern, Brüder und FreundInnen,
anlässlich des 25jährigen Bestehens der ISD findet in Hamburg eine Jubiläumsparty statt zu der wir euch und eure FreundInnen herzlich einladen und wir bitten euch diesen Aufruf auch in “eure” Verteiler, Blogs und Webseiten zu stellen. Die Party findet am Samstag, 11.12. im Club “Bernsteinbar”(Bernstorffstr. 103 - 1. Stock) statt und es wird jede Menge Spaß und Überraschungen geboten. Zum Jubiläum der ISD ist auch ein Folder entstanden der bei uns bestellt werden kann oder auf der Party zu erwerben ist.
Aus dem Inhalt:

  • Gespräch mit Aktivistinnen von ADEFRA - Rückblick auf 25 Jahre Schwarze Bewegung in Deutschland
  • Interview mit The Voice Aktivist Mbolo Yufani
  • Texte/Poetry von Siraad Wiedenroth & Chantal-Fleur Sandjon
  • Home Story Deutschland - Schwarze Biographien in Geschichte und Gegenwart
  • Und viele Infos zur und über die ISD

Der Folder ist zu bestellen bei: jonas_berhe@gmx.net
18. Seiten - 2.50 € zzgl.Versandkosten

isd-folder.jpg

Diesen Eintrag drucken

Pressemitteilung von THE VOICE Refugee Forum und der PLATAFORMA der MigrantInnen und Flüchtlinge.

hts_1.PNG

STELLUNGNAHME ANLÄSSLICH DER VERSCHIEBUNG UND VERSCHLEPPUNG DES LG MAGDEBURG IM FALL OURY JALLOH:
Nachdem das erste Gerichtsverfahren als eine Farce endete, hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe den Freispruch für Andreas Schubert im vergangenen Januar aufgehoben und das Aufrollen des Prozesses in Magdeburg für diesen Oktober festgesetzt. Es ist aber jetzt klar geworden, dass diese Entscheidung bloß der Versuch war, den Druck von der Straße zu mildern, denn der Prozess wird jetzt, genau wie der erste, verschoben und verschleppt. Dies ist ein wiederholter Beweis dafür, dass das Rechtssystem Deutschland keinerlei Interesse hat, die Wahrheit aufzudecken und der Familie und den  Freunden Jallohs Gerechtigkeit zu widerfahren zu lassen. Berlin Oktober 2010: Das Landgericht Magdeburg teilte am 6. Oktober mit, dass der Prozess um den Tod Oury Jallohs nicht wie geplant Ende Oktober beginnen kann. Es gebe Anhaltspunkte für eine schwere körperliche Erkrankung des Angeklagten Andreas Schubert. Das Gericht hat die Untersuchung des Angeklagten durch einen Amtsarzt angeordnet. Das endgültige Ergebnis liegt noch nicht vor. Am 12. Oktober wurde schließlich mitgeteilt, dass der Prozess auf den 12. Januar 2011 verschoben würde. Es ist nicht das erste Mal im Zusammenhang mit dem Prozess, dass der Angeklagte Schubert krank erklärt wurde, um den gesamten Prozess zu verzögern. Aus unserer Sicht hat auch das LG Magdeburg  nicht das Anliegen einer Aufklärung der Todesumstände Oury Jallohs. Wie bei dem ersten Prozess, der zwei Jahren nach dem Tod Jallohs eröffnet wurde, sind auch hier Lüge, Vertuschung und die Verhinderung von Wahrheit zu erwarten. Die Anklage gegenüber Schubert bleibt “Körperverletzung mit Todesfolge“ und wir wissen nicht, ob auch in  Richtung “Mord“ ermittelt wird. Wir sind immer noch der Überzeugung, dass unser Bruder Oury ermordet wurde. Wir sprechen dabei nicht von strukturellem Mord,  Versagen des Systems oder fahrlässiger Tötung, sondern von vorsätzlicher Tötung, in die fast alle Polizisten, die sich am 05. Januar 2005 in dem Revier in Dessau befanden, involviert sind. Das wurde möglich gemacht durch die Vertuschungen und die Lügen der Dessauer Polizei.Auch in dem Fall von Laye Alama Condé hat das BGH am 29. April 2010 entschieden, den Fall zur Neuverhandlung an das Bremer Landgericht zu verweisen. Seitdem ist von dem Fall nichts mehr zu hören und der Beginn des Verfahrens ist unbekannt. Es ist nicht nur das Versagen des Systems, es ist eine Strategie, das deutsche Rechtssystem zum langsamen Schweigen zu bringen. “Eine verzögerte Gerechtigkeit ist eine abgelehnte Gerechtigkeit“, sagt Yufanyi Mbolo von The VOICE. Während wir für Gerechtigkeit kämpften, wurden einige Aktivisten von uns rassistisch kontrolliert, erniedrigt, verhaftet und verfolgt. Nach den Ermordungen von Oury Jalloh und Laye Condé gibt es noch immer mysteriöse Todesfälle in Zusammenhang mit dem deutschen rassistischen System und der Polizei. Polizeigewalt und besonders rassistische Polizeigewalt sind zu unserem Schicksal geworden.Obwohl und vielleicht weil wir von dem neuen Prozess keine Gerechtigkeit erwarten, muss auch dieser Prozess von unabhängigen JuristInnen, MenschenrechtsaktivistInnen und Betroffenen kritisch beobachtet. Diese Beobachtung des Prozesses soll nicht als Legitimation der Vertuschung verstanden werden, sondern als eine Delegation zur Dokumentation des Prozesses und seiner Ergebnisse. Wir werden die beiden Fälle sehr kritisch verfolgen und fordern immer noch Wahrheit, Gerechtigkeit und Entschädigung der Familien von Oury Jalloh und Laye Alama Condé.Die Fälle von Oury Jalloh und Laye Alama Condé sind die zwei Fälle, die ihre Gerechtigkeit im Gerichtsverfahren nicht bekommen haben, aber sie sind nur ein Teil vieler Fälle von Polizeigewalt. N’deye Mareame Sarr, Halim Dener, John Achidi, Zdravko Nikolov Dimitrov, Aamir Ageeb, Arumugasamy Subramaniam, Dominique Koumadio und viele andere sind Opfer der deutschen Polizei und ihrer rassistischen Straflosigkeit. Ihre Fälle wurden nicht einmal vor Gericht gebracht.Fast 6 Jahren nach Oury Jallohs bestialischem Tod in Zelle Nr. 5 in Dessau sagen wir weiterhin:Oury Jalloh – das war Mord!und fordern:Break the Silence! Wahrheit! Gerechtigkeit! Entschädigung!Weitere Aktionen: Datum: 18. Dezember 2010. Diskussion und Workshop mit AktivistInnen von The VOICE Refugee Forum / Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen über weitere Strategien des Widerstands und Kampfes gegen rassistische Polizeigewalt.Ort: Friedrich-Schiller-Universität JenaZeit: 13 Uhr.
Für mehr Information stehen wir selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.Yufanyi Mbolo: +49-(0)170-8788124 oder

www.thevoiceforum.orghts_2.PNG

Diesen Eintrag drucken

Oury Jalloh - neuer Prozess in Magdeburg

oury-jalloh-demo-2010web.jpg

Der Prozessauftakt am LG Magdeburg wurde vom 25.10.2010 auf den 12.01.2011 verschoben weil einer der angeklagten Polizisten “plötzlich” krank wurde. Die Demo wird aber trotzdem durchgeführt. Die Mahnwache geht um 10.00 vor dem Landgericht los.

Diesen Eintrag drucken

Postkolonialer Aktivismus und die Erinnerung an den deutschen Kolonialismus

DIE FORDERUNGEN NACH REPRÄSENTATIONUND SOZIALER GLEICHSTELLUNGALS ZWEI POLE EINER NEUEN POSTKOLONIALEN BEWEGUNG
von Manuela Bauche
Im Februar dieses Jahres wurde in Berlin ein Teil des Spreeufers umbenannt. Das Kreuzberger Gröbenuferheißt jetzt May-Ayim-Ufer. Als die Straße 1895 den Namen des brandenburgischen Offi ziers Otto Friedrichvon der Groeben erhielt, war das Deutsche Kaiserreich seitgut einem Jahrzehnt Kolonialreich und unweit der Straßesollte bald die Erste Deutsche Kolonialausstellung eröffnet werden. Für das Reich war das Anlass, an koloniale Tra-ditionen zu erinnern. Mit dem Straßennamen wurde vonder Groeben als Begründer der Handelskolonie Großfried-richsburg geehrt, die Brandenburg-Preußen an der Wendevom 17. zum 18. Jahrhundert an der Küste des heutigen Ghana unterhielt. Damit, so machte der Kaiser in der Rede zum Festakt deutlich, konnte von der Groeben als früher deutscher Kolonialpionier gelten. Dagegen erinnerte der Bezirk Kreuzberg mit der Umbenennung an die 1996verstorbene schwarze deutsche Anti-Rassismus-Aktivistin und Dichterin May Ayim. Die Umbenennung ist gewissermaßen ein postkolonialer Akt, denn mit May Ayimwird eine Person geehrt, deren politische, dichterische und wissenschaftliche Arbeit darauf zielte, die Kontinuitätenzwischen deutschem Kolonialismus und aktuellem Rassismus aufzuzeigen und die damit ein zentrales Anliegenvon postkolonialer Kritik umsetzte: das Koloniale nachdem Kolonialen sichtbar zu machen.

 

 

 

Der Artikel ist in der Printausgabe der “Phase 2″ erschienen und

wird demnächst auch online zu lesen sein unter http://phase2.nadir.org/

 

Den ganzen Artikel auch als PDF ->  bauche-postkolonialer-aktivismus-die-erinnerung-an-dt-kolonialismus.pdf

Diesen Eintrag drucken

“Die Akte James Knopf - afrodeutsche Wort- und Streitkunst”

Lummerland ist abgebrannt

Die Akte James Knopf ist eine poetische Verhandlung afrodeutscher kultureller Identität. Wurden Schwarze Deutsche in den 80er Jahren noch als Exoten und Ausländer im eigenen Land angesehen, so sind sie im neuen Jahrtausend Deutsche mit Fußnote des Migrationshintergrunds. In einem Land, welches sich lange Zeit als homogen-weiß und christlich verstand, müssen “abweichende” Identitäten ständig neu und radikal verhandelt werden. Die Akte James Knopf ist Verhandlung und Abrechnung zugleich.Die Verse durchforsten die deutsche Landschaft mit poetischem Geschick und dem marginalen Blick eines „anderen“ Deutschen, der den Auswüchsen der deutschen, rassistischen Alltagsrealität und der kolonialen Kontinuität stets auf den Spuren bleibt. Jenseits von Multikulti-Romantik demaskiert Philipp Khabo Köpsell die deutsche Dominanzkultur und schafft zugleich einen schützenden Raum für alles Zwischenmenschliche. Bissige Poesie und politische Satire formen eine eindringliche, selbstbestimmte Aussage: “I speak, so you don’t speak for me!

 

                           james_knopf.jpg

Unrast Verlag

ISBN: 978-89771-601-8

Preis ca. 9.90€

erscheint voraussichtlich Oktober